Freistaat gibt grünes Licht für Campuslösung

Das Spezialgymnasium für Sprachen in Schnepfenthal bekommt einen Internatsneubau am Standort Geizenbergwiese in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schule. Diese Entscheidung traf die Thüringer Landesregierung in ihrer letzten Kabinettsitzung. Damit besteht nach mehrjährigen Verhandlungen zwischen dem Schulträger Landkreis Gotha und dem Thüringer Kultusministerium Klarheit bezüglich der Unterbringung künftiger Schülerjahrgänge.

24.11.2006 Thüringen Pressemeldung Thüringer Kultusministerium

Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel zeigt sich erfreut über gefundene Lösung: „Die in hervorragender Weise gelungene Sanierung der Schule wird nun durch ein modernes Internat am selben Ort komplettiert. Damit werden ideale Vorraussetzungen für die Gestaltung eines modernen Unterrichts im Sinne einer umfassenden Förderung der Schüler geschaffen. Die nun beschlossene Lösung ist nicht nur die pädagogisch sinnvollste, sondern auch die im Vergleich der Gesamtkosten wirtschaftlichste.“

„Das hartnäckige Verhandeln hat sich gelohnt“, kommentiert Landrat Konrad Gießmann das Schreiben des Kultusministeriums. „Wir sind sehr froh, dass die Landesregierung nach eingängiger Prüfung entschieden hat, der von uns favorisierten Campuslösung zuzustimmen. Sie entspricht am besten dem pädagogischen Konzept als Ganztagsschule mit angeschlossenen Internat und wird damit den Bedürfnissen der Schüler in hohem Maß gerecht.“ Mit dem künftigen Wohnheim in unmittelbarer Nähe ergeben sich zahlreiche Synergieeffekte – beispielsweise, dass die Jugendlichen auch außerhalb der Unterrichtszeit die vorhandene Infrastruktur wie Bibliothek oder PC-Arbeitsplätze fürs Selbststudium nutzen können.

Auf Grundlage des Beschlusses kann nun die Investorenausschreibung unmittelbar beginnen, denn bereits im Sommer 2008 soll der erste Bauabschnitt des Internats fertig gestellt und bezugsfähig sein. Ein erster Beratungstermin zur Vorbereitung der Ausschreibung soll in der kommenden Woche vereinbart werden. Nach ersten Schätzungen werden die Kosten zwischen zehn und elf Millionen Euro liegen. Der konkrete Betrag hängt allerdings vom Ergebnis der Ausschreibung ab.

Bislang sind die Salzmannschüler in zwei Internatsstandorten in einiger Entfernung zur Schule untergebracht: die Jahrgänge ab der neunten Klasse im Hotel Landgraf Waltershausen, die jüngeren Schüler im Stift Reinhardsbrunn. Pro Jahr nehmen zwischen 50 und 60 neue Schüler aus ganz Deutschland nach vorheriger Eignungsprüfung ihre Gymnasialausbildung an dieser Schule auf. Derzeit lernen 277 Schülerinnen und Schüler – davon 266 aus allen Teilen des Freistaates – mehrere Fremdsprachen.

Die Entscheidung für den Internatsneubau und damit die anstehende Komplettierung des Campus kommt zu einem günstigen Zeitpunkt: Erst am 14. Oktober wurde das historische Gebäudeensemble nach vierjähriger Bauzeit seiner Bestimmung als moderne Sprachenschule übergeben. Die rund 200 Jahre alten Gebäude wurden hierzu mit Gesamtkosten von rund 14 Millionen Euro aufwändig saniert und den Bedingungen eines modernen Unterrichts angepasst. Die Bildungseinrichtung ist das einzige Spezialgymnasium für Sprachen in Thüringen und befindet sich als einzige Spezialschule in Trägerschaft eines Landkreises.

Mit der Salzmannschule hat das Kultusministerium im „Europäischen Jahr der Sprachen“ 2001 das bundesweit erste Spezialgymnasium für Sprachen gegründet. Ziel des Unterrichts in den modernen Fremdsprachen ist die Befähigung zum fremdsprachlichen Handeln in interkulturellen Verständigungs- und Verstehenssituationen. Die am Spezialgymnasium für Sprachen angemeldeten Schüler müssen zuvor an einem zentralen Auswahlverfahren teilnehmen. Dabei werden der Leistungsstand in Deutsch und Fremdsprachen geprüft. Im Rahmen ihrer Ausbildung erlernen die Schüler vier moderne Fremdsprachen: Englisch in der 5. Klasse - parallel hierzu kann ab der 5. Klasse auch ein Kurs Latein belegt werden -, eine außereuropäische wie Chinesisch, Japanisch oder Arabisch in der 6. Klasse, in der 8. Klasse eine romanische und in der 9. Klasse eine slawische Sprache. Sprachen lernen unter dem kommunikativen Gesichtspunkt heißt hier Unterricht in Sprachgruppen von maximal zehn Schülern auf Grundlage eines enorm progressiv gestalteten Lehrplans. So wird zum Beispiel die erste Fremdsprache am Ende der 10. Klasse mit einer externen Sprachprüfung beendet. Außerdem wird in der ersten und dritten Fremdsprache ein Sachfach zweisprachig unterrichtet.


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