Für längeres gemeinsames Lernen

Der VBE hat bereits vor drei Jahren mit dem Konzept der Allgemeinen Sekundarschule/Gemeinschaftsschule die Debatte über neue Schulstrukturen angestoßen. Dieses Konzept wird von auch von CDU-geführten Kommunen stark nachgefragt. Das zeigt uns, dass der Wunsch nach Veränderungen auf kommunaler Ebene vorhanden ist. In den Kommunen gibt es inzwischen etliche Initiativen für längeres gemeinsames Lernen und Forderungen nach mehr Flexibilität in Schulstrukturfragen.

14.02.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Die nordrhein-westfälischen Gesamtschulen mussten aufgrund fehlender Kapazitäten beim diesjährigen Anmeldeverfahren etwa 15.000 Kinder ablehnen. Die Eltern stimmen bei der Schulwahl mit den Füßen ab. Um den Sozialstatus der Familie zu erhalten, streben sie für das eigene Kind einen höherwertigeren Bildungsabschluss als den eigenen an. Sie wissen, dass beispielsweise für Ausbildungsplätze, die früher noch mit einem Hauptschulabschluss erreichbar waren, inzwischen der mittlere Bildungsabschluss nötig ist.

"Der VBE teilt die Auffassung des Bündnisses für längeres gemeinsames Lernen, dass auch die Schulstruktur auf den Prüfstand gehört", so der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. "Das von der Landesregierung gewünschte Denk- und Debattierverbot in dieser Frage kümmert weder die Eltern noch die Schulträger, die trotz sinkender Schülerzahlen ein qualitativ hochwertiges wohnortnahes Schulangebot machen wollen."

Die Versuche der Landesregierung, die Neugründung von Gesamtschulen zu verhindern oder Schulversuche wie in Horstmar und Schöppingen auszubremsen, werden weder die Debatte stoppen, noch den Elternwillen umkehren.

"Alte Rituale wie der immer wieder erklingende Aufschrei gegen eine vermeintliche Einheitsschule verfangen nicht mehr", so Beckmann abschließend. "Es hilft auch nichts, immer wieder die Hauptschule als Problemfall hinzustellen, der allein behandelt werden muss, damit alles besser wird. Nicht die Hauptschule ist krank, sondern das System. Wer das nicht sehen will und keinerlei Bereitschaft zeigt, an neuen Schulstrukturkonzepten mitzuarbeiten, der handelt politisch verantwortungslos."


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