GRÜNE

G 8: Spaenle dreht an der Notenschraube

Die Landtagsgrünen haben von Kultusminister Spaenle umgehend Aufklärung über die nachträgliche Senkung der Prüfungsstandards für das erste G-8-Abitur gefordert. Hintergrund ist ein Schreiben des Ministers vom Mittwoch an die Schulleiterinnen und Schulleiter bayerischer Gymnasien.

03.06.2011 Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen

Demnach brauchen die Schülerinnen und Schüler entgegen der ursprünglichen Regelung nicht mehr eine Mindestleistung von 5 Punkten in zwei der drei Kernfächer Deutsch, Mathematik und Fremdsprache. Das Abitur könne auch dann als bestanden gelten, wenn die Abiturienten nur in einem dieser drei Fächer fünf, in einem zweiten mindestens vier Punkte erzielt haben. "Wird hier aus politischen Gründen geschönt, um erneut die offenkundigen Schwächen des G 8 zu kaschieren?", fragt sich nun der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring.

Der Vorstoß des Ministeriums in letzter Minute belege, dass sich die bayerische Regelung mit den drei Pflichtfächern nicht bewährt habe und zu viele Schülerinnen und Schüler an dieser Hürde zu scheitern drohten. "Die Anforderungen des G-8 Abiturs passen nicht zum Bildungsgang – sie sind einfach zu schwer für das, was die Schülerinnen und Schüler vorher im Unterricht an Vorbereitung erhalten," kritisiert Thomas Gehring. Der kurzfristige Versuch, an der Notenschraube zu drehen, könne deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, dass das G 8 nach wie vor eklatante Schwächen habe: "Das G 8 bleibt ein Feldversuch und der erste Jahrgang darf sich wieder einmal als Versuchskaninchen missbraucht fühlen. Bis zum Schluss wird an der Versuchsanordnung herumgedoktert. Spaenle muss hier dem Landtag dringend Rede und Antwort stehen."

http://www.gruene-fraktion-bayern.de


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