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Gegenwart und Zukunft: Digitales Lernen

Computer, Tablet und Smartphone haben nicht nur den Alltag, sondern auch das Lernumfeld von Kindern und Jugendlichen erreicht. Doch der didaktische Umgang mit digitalen Medien stellt sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für Lehrkräfte eine Herausforderung dar.

14.11.2016 Bundesweit Artikel Anika Wacker
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Beim pädagogischen Einsatz digitaler Medien im Unterricht liegen Theorie und Praxis bisweilen noch weit auseinander. Deshalb hat auch die Kultusministerkonferenz (KMK) das Thema „Bildung in der digitalen Welt“ zu einem ihrer Schwerpunkte 2016 gemacht. Eine im Dezember 2016 vorgestellte Strategie soll nicht nur Handlungsfelder definieren, sondern auch Ziele für alle Bildungsbereiche sowie konkrete Verfahrensvorschläge. Sie beinhaltet unter anderem die Weiterentwicklung von Bildungsplänen und Curricula, die Klärung rechtlicher und funktionaler Rahmenbedingungen, die Frage nach der Ausstattung der Bildungseinrichtungen mit technischer Infrastruktur und digitalen Bildungsmedien sowie das Angebot entsprechender Aus- und Weiterbildungen für Erziehende und Lehrende. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung will mit seiner im Oktober vorgelegten „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ die Digitalisierung in der Bildung vorantreiben: Für die kommenden fünf Jahre hat Bildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka den knapp 40.000 Schulen in Deutschland fünf Milliarden Euro für Breitbandanbindung, W-Lan und Geräte in Aussicht gestellt. Im Gegenzug sollen die Länder im Rahmen eines sogenannten „Digitalpakt#D“ für entsprechende pädagogische Konzepte sowie Bildungsangebote für Lehrkräfte sorgen.

Blick auf die Gegenwart

An den meisten deutschen Schulen fehlen jedoch bisher sowohl die technischen als auch die fachlichen Voraussetzungen, um digitale Medien im Unterricht einsetzen zu können. Das zeigt eine 2016 vorgestellte Umfrage zur Lehrerperspektive zum digitalen Lernen, die der Verband Bildung und Erziehung (VBE), der IT-Branchenverband Bitkom und die Messe Learntec in Auftrag gegeben haben. Zwar würde jeder zweite Lehrer gerne öfter digitale Medien im Unterricht einsetzen, das scheitere jedoch am häufigsten (43 Prozent) an fehlender Ausstattung bei Endgeräten. Doch selbst wenn diese vorhanden sind, herrscht offenbar eine hohe Unsicherheit unter den Lehrkräften, was den didaktischen Einsatz im Schulalltag angeht – mehr als 80 Prozent wünschen sich ein größeres Weiterbildungsangebot zu digitalen Medien im Unterricht. Wer Medienkompetenz vermitteln will, muss schließlich auch selbst darüber verfügen. Wie wichtig auch den Bürgern die Einführung digitaler Medien im Bildungsbereich ist, zeigt eine repräsentative Umfrage, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Auftrag gegeben hat. Laut „ZukunftsMonitor“ zum Thema „Lehren, Lernen und Leben in der digitalen Welt“ wollen 86 Prozent der Befragten den Umgang mit digitalen Medien auch in der Schul- und Berufsbildung verankert wissen.

Chancen digitalen Lernens

Aus Schulen, an denen digitale Medien bereits erfolgreich im Unterricht eingesetzt werden, berichten Lehrer bereits von ersten Erfolgen. Klar ist: Wer mit digitalen Medien adäquat arbeiten will, muss zunächst umfassend über Basiskompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen verfügen. Auch gehört mehr denn je eine Bewusstseinsschärfung für den Umgang mit Medien aller Art zum Kompetenzgewinn dazu.

Doch Neue Medien können den Unterricht bereichern und zum Beispiel Unterrichtsinhalte aus Geometrie, Chemie und Co. besser veranschaulichen: Erklärvideos – von leistungsstarken Schülern produziert – helfen diesen auf der einen Seite, das Erlernte zu manifestieren und umzusetzen. Gleichzeitig können sich leistungsschwächere Mitschüler dank der Videos Unterrichtsinhalte in ihrem eigenen Lerntempo und bei Bedarf wiederholt anschauen. Auch Lernprogramme, mit denen zum Beispiel Vokabeln, Matheaufgaben und Kommasetzung geübt werden, können Lehrer unterstützen. Langfristig sollen digitale Medien ihnen dabei helfen, Schüler individuell besser zu fördern, indem beispielsweise Aufgaben passgenauer erstellt werden.

Von einem flächendeckenden, einheitlich im Lehrplan der Länder festgelegten – oder sogar bundesweit einheitlichen – Einsatz digitaler Medien im Unterricht kann gegenwärtig noch keine Rede sein. Von den Erfahrungen einzelner Vorreiterschulen könnte man bei der didaktischen Implementierung aber sicherlich profitieren.

 

Herausforderungen, Chancen und Möglichkeiten Digitalen Lernens thematisiert auch die didacta-Bildungsmesse 2017 in Stuttgart:

Frühe Bildung

Aktionstag
Digitale Bildung in der Kita
17. Februar 2017
10:00 Uhr - 14:15 Uhr
ICS - Internationales Congresscenter Stuttgart
Veranstalter: Didacta Verband mit dem Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) - Bundesverband e.V. und der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder (BETA)

Schule/Hochschule

Forum Bildung
Bildung im 21. Jahrhundert: Welche digitale Strategie brauchen wir?
17. Februar 2017
12.00 - 13.15 Uhr
Halle 1, Stand 1 H71
Veranstalter: Verband Bildungsmedien e. V.

Forum Unterrichtspraxis
Tablets, Smartphones und Apps im Fremdsprachenunterricht sinnvoll einsetzen
18. Februar 2017
12.00 – 13.00 Uhr
Halle 1, Stand 1 E 72
Veranstalter: Verband Bildungsmedien e. V.

 

Berufliche Bildung/Qualifizierung

Forum Berufliche Bildung
Podium: Fit für den Beruf: Schule im Zeitalter der Digitalisierung
Darüber diskutieren:

  • Dr. Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg
  • Michael Futterer, stellvertretender GEW-Landesvorsitzender
  • OStD Eugen Straubinger, Bundesvorsitzender Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen e. V.
  • Rainer Lupschina, Friedrich-List-Gymnasium Reutlingen

15. Februar 2017
12:15 – 13:15 Uhr
Halle 6, D32
Veranstalter: Didacta Verband der Bildungswirtschaft

Forum Berufliche Bildung
Podium: Berufsbildung 4.0: Wo steht das Land Baden-Württemberg?
14. Februar 2017
11:30 – 12:00 Uhr
Halle 6, D32
Veranstalter: Didacta Verband der Bildungswirtschaft

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen der didacta 2017 finden Sie unter www.messe-stuttgart.de/didacta.

 

Information für Redaktionen: Interviews, Texte und Zitate aus diesem Themendienst können gerne zur redaktionellen Berichterstattung verwendet werden. Beim Bildmaterial beachten Sie bitte die entsprechenden Nutzungshinweise am jeweiligen Bild. Über ein Belegexemplar an info( at )bildungsklick.de freuen wir uns.

Der Themendienst im Überblick: Weitere Artikel und Interviews zur didacta 2017 finden Sie in unserem Dossier.


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