Brandenburg

Gemeinsam Geschichte schreiben – ein Schulbuch für Deutschland und Polen

Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht und Polens Vize-Bildungsminister Mirosław Sielatycki haben heute in Warschau gemeinsam mit Polens Bildungsministerin Katarzyna Hall und der Staatsministerin im Auswärtigen Amt und Koordinatorin für die deutsch-polnische Zusammenarbeit Cornelia Pieper das Konzept für ein deutsch-polnisches Geschichtsbuch vorgestellt. Der Vize-Bildungsminister Mirosław Sielatycki vom Ministerium für nationale Bildung in Warschau und der von der Kultusministerkonferenz beauftragte brandenburgische Bildungsminister Holger Rupprecht tragen als nationale Beauftragte die politische Verantwortung für das Projekt. Die zweisprachigen Empfehlungen für die Erarbeitung eines gemeinsamen Geschichtsbuches wurden von einer deutsch-polnischen Projektgruppe erstellt. Die Koordinierung der wissenschaftlichen Arbeit erfolgt durch das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig und das Büro des deutsch-polnischen Geschichtsbuches am Willy-Brandt-Zentrum der Universität Wroclaw.

01.12.2010 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Vize-Bildungsminister Mirosław Sielatycki: "Ich verknüpfe mit dem Projekt die Hoffnung, dass die junge Generation in beiden Ländern das unterschiedliche historische Gepäck und die vielfältigen Formen der Erinnerung an die Geschichte kennenlernt. Das Projekt ist eine riesige Chance für die weitere Annäherung von Deutschen und Polen."

Bildungsminister Holger Rupprecht: "Das Projekt eines gemeinsamen Geschichtsbuchs zeigt, wie fruchtbar die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen inzwischen ist. Das ist vor dem Hintergrund der leidvollen Geschichte – vor allem auf polnischer Seite – keine Selbstverständlichkeit. Ich erhoffe mir von dem Projekt, dass die Darstellung der Geschichte aus dem Blickwinkel der gemeinsamen historischen Erfahrungen das Verständnis gerade der jungen Generation für¬einander schärft und damit zur weiteren Begegnung von jungen Deutschen und Polen beiträgt."

Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper: "Das gemeinsame deutsch-polnische Geschichtsbuch ist ein Projekt von großer Symbolkraft für die Verständigung und Aussöhnung zwischen unseren beiden Ländern. Es ist ein Leuchtturmprojekt unserer Beziehungen, das mir besonders am Herzen liegt. Ich wünsche mir, dass es Lehrer und Schüler in beiden Ländern erreicht, für den Nachbarn interessiert und begeistert. Ich danke dem Expertenrat und der gesamten deutsch-polnischen Projektgruppe für ihre engagierte erfolgreiche Arbeit an den heute vorliegenden Empfehlungen."

Die länderübergreifende Projektgruppe hatte nach einer Vereinbarung zwischen den Außenministern Deutschlands und Polens im Frühjahr 2008 die Arbeit aufgenommen. Politisch federführend sind auf deutscher Seite das Land Brandenburg und das Auswärtige Amt, das auch auf deutscher Seite das Projekt finanziert. Politisch federführend auf polnischer Seite ist das Bildungsministerium. Unter Leitung der Vorsitzenden der deutsch-polnischen Schulbuchkommission konstituierte sich ein Expertenrat, der konzeptionelle Vorschläge für die Gestaltung der Schulbuchbände mit einem didaktischen Rahmenkonzept und fünf Epochenteilen von der Antike bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts erarbeitet hat. Diese nähern sich zentralen Fragen der europäischen und der globalen Geschichte aus deutsch-polnischer Perspektive.

Im nächsten Schritt sind deutsche und polnische Schulbuchverlage aufgerufen, sich bis Ende Januar 2011 als deutsch-polnisches Verlagstandem zusammenzuschließen und für die Realisierung dieses Projektes zu bewerben. Das ausgewählte binationale Verlagstandem wird sich bei der Erarbeitung des Geschichtsbuches auf die Empfehlungen der Projektgruppe stützen. Ziel ist eine mehrbändige Schulbuchreihe, die im deutschen und polnischen Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I in identischer Form aber unterschiedlichen Sprachfassungen eingesetzt werden soll. Sie entspricht den Lehrplänen Polens und der deutschen Bundesländer. Der erste Band wird voraussichtlich im Jahr 2013 erscheinen.

Teilnehmer der Präsentation:

Katarzyna Hall (Polnische Bildungsministerin)
Cornelia Pieper (Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Koordinatorin für die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit)
Holger Rupprecht (Bildungsminister Brandenburg)
Mirosław Sielatycki (Polnischer Vize-Bildungsminister)
Grzegorz Chorąży (Polnisches Bildungsministerium, Polnischer Vorsitzender des Steuerungsrates)
Dr. Wolfram Meyer zu Uptrup (Bildungsministerium Brandenburg, Deutscher Vorsitzender des Steuerungsrates)
Prof. Dr. Robert Traba (Polnischer Vorsitzender des Expertenrates)
Prof. Dr. Michael G. Müller (Deutscher Vorsitzender des Expertenrates)
Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz (Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wroclaw; Wissenschaftlicher Koordinator)
Prof. Dr. Simone Lässig (Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung Braunschweig, Wissenschaftliche Koordinatorin)

Kontakte:

Grzegorz Żurawski (Ministerium für nationale Bildung in Polen, Pressesprecher): , Tel. +48 – 22 34 74 896 (Sprache: Polnisch und Englisch)

Stephan Breiding (Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg): , Tel. +49 – 331 866 35 20, +49 – 172 397 81 01

Theresa Schönfeld (Auswärtiges Amt): ; Tel. +49 – 30 1817 2056

Thomas Strobel (Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig, Wissenschaftlicher Sekretär): , Tel. +49 – 176 51 04 79 09, +48 – 798 725 115

Dr. Dariusz Wojtaszyn (Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wroclaw, Wissenschaftlicher Sekretär): , Tel. +48 – 609 084 161


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