Gemeinsame Pressemitteilungdes Ministeriums für Bildung, Jugend und Sportund der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport

Bildungsregion Berlin-Brandenburg / Kabinette beschließen Qualitätsinstitut / Gastschülerabkommen erneuert / Gemeinsame sozialpädagogische Fortbildungseinrichtung und pädagogisches Landesinstitut / Lehrgang "Schulmanagement" wird eingerichtet / Länderübegreifende Zusammenarbeit für Kernkurrikula wird fortgesetzt Die Landesregierungen Berlins und Brandenburg haben heute beschlossen, ein gemeinsames Institut für Bildungsqualität zu gründen. Der brandenburgische Bildungsminister Holger Rupprecht und der Berliner Bildungssenator Klaus Böger erklärten: "Mit dem gemeinsamen Institut für Schulqualität setzen Berlin und Brandenburg ihren Weg einer aufeinander abgestimmten Bildungspolitik konsequent fort. Wir begreifen uns als Bildungsregion, denn das ist es auch, was unsere Bürger von uns verlangen."

14.01.2005 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Nach PISA haben Berlin und Brandenburg in enger Abstimmung einen Weg der Qualitätsentwicklung an den Schulen eingeschlagen. Beide Länder bauen ein System qualitätssichernder Maßnahmen durch Tests, Leistungsvergleiche und zentrale Prüfungen auf. Die gemeinsame Bildungskommission der Länder Berlin und Brandenburg unter Leitung von Prof. Dr. Jürgen Baumert hat uns diesen Weg ausdrücklich empfohlen. "Heute haben wir die Gründung eines organisatorischen Kernstücks dieser Qualitätsoffensive beschlossen, den Aufbau einer gemeinsamen Qualitätsagentur", so die beiden Bildungsminister.

Das gemeinsames Institut für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg wird zum 1. Oktober 2005 gegründet. Als unabhängiges Institut werden die dort tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eng mit den Universitäten der Region kooperieren.

Das Institut für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg ist ein Dienstleister für die Schulen, die Schulverwaltungen und die Bildungspolitik beider Länder. Es erbringt Dienstleistungen, die für eine systematische Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung dringend erforderlich sind, leistet seinen fachlichen Beitrag zur Schul- und Unterrichtsentwicklung der Einzelschule sowie zur Weiterentwicklung der gemeinsamen Bildungsregion Berlin-Brandenburg. Als zentrale Aufgabenbereiche werden vorgesehen:

  • Entwicklung, Organisation und Auswertung von Diagnostischen Tests und Vergleichsarbeiten
  • Organisation und Durchführung von internationalen, nationalen und regionalen Schulleistungsuntersuchungen
  • Überprüfung der Bildungsstandards und Kompetenzen
  • Unterstützung schulischer Selbstevaluation / Online-Befragungen
  • Bildungsmonitoring und Bildungsberichterstattung für die Region

Planung, Durchführung und Auswertung sämtlicher Maßnahmen lassen sich effizient und wirtschaftlich am besten in einer gemeinsamen Einrichtung für die Region Berlin- Brandenburg organisieren. Dies vermeidet Doppelarbeit, sichert eine bessere Auslastung, spart Ressourcen und stärkt die Entwicklung und Beachtung gemeinsamer Standards auf dem Gebiet der Qualitätsentwicklung und -sicherung für Berlin und Brandenburg. Das Institut ist eine wissenschaftlich fundierte unabhängig arbeitende Einrichtung.

Zur Wahrnehmung der neuen Aufgaben für die Region wird das neue Institut für Schulqualität in Berlin angesiedelt. Das sichert auch die fachliche und logistische Kooperation mit dem neuen "nationalen" Qualitätsinstitut der KMK an der Humboldt-Universität (IQB) und den anderen wissenschaftlichen Einrichtungen. Das bietet eine große Chance des Standorts zur. Da die nationale Qualitätsagentur der KMK aber nur für die Aufgaben Verantwortung trägt, die im Konsens aller Länder beschlossen werden, ist es für alle Länder erforderlich, allein oder gemeinsam eigene Einrichtungen für die länderspezifische Umsetzung der zentralen Vorgaben vorzuhalten.

Weiterhin haben die Länder

  • beschlossen, die länderübergreifende Entwicklung gemeinsamer Kerncurricula für die gymnasiale Oberstufe in den Ländern Berlin, Brandenburg gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern fortzusetzen.
  • ein neues "Gastschülerabkommen" vereinbart. Für Jugendliche mit Erstwohnsitz in Brandenburg, die aber in Berlin zur Schule gehen, erstattet das Land Brandenburg dem Land Berlin 8 Millionen Euro im Jahre 2005, jährlich 10 Millionen Euro von 2006 bis 2008.
  • beschlossen, eine gemeinsame sozialpädagogische Fortbildungseinrichtung am Standort Jagschloss Glienicke und ein gemeinsames pädagogisches Landesinstitut am Standort Ludwigsfelde-Struveshof zu errichten. Die Errichtung der beiden Einrichtungen soll spätestens zum 1. Januar 2007 erfolgen.
  • die Einrichtung eines einjährigen, berufsbegleitenden Studienganges im Bereich Schulmanagement an der Universität Potsdam für Lehrkräfte der Länder Berlin und Brandenburg als Vorbereitung zur Bewerbung auf eine Schulleitungsstelle in Berlin oder Brandenburg.

Rupprecht und Böger: "Je stärker sich die Schulen eigene Profile geben, desto mehr muss bei einem Schulwechsel beachtet werden. Gemeinsame Bildungsregion bedeutet, dass es beim Schulwechsel zwischen Berlin und Brandenburg keine größeren Probleme geben soll, als bei einem Wechsel innerhalb eines der Länder."


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