GEW Bayern

GEW Bayern zum dritten PISA-Test: Wieder kein Grund zum Jubeln!

Nach den vorab bekannt gewordenen PISA-Ergebnissen gibt es in Deutschland leichte Verbesserungen, was die Schulleistungen betrifft.

06.12.2010 Pressemeldung GEW Bayern

Dazu Gele Neubäcker, Vorsitzende der GEW Bayern: "Anstatt über ´eher zufrieden stellende Ergebnisse´ zu jubeln und ´den Fokus auf die Veränderungen zu legen´ (Klieme), müssen wir das Hauptaugenmerk auf das legen, was sich leider wohl nicht verändert bzw. verbessert hat: die Bildungschancen sind in Deutschland nach wie vor abhängig vom sozialen Status und von der Herkunft."

Offensichtlich haben sich die Ergebnisse von SchülerInnen mit Migrations-hintergrund nicht verbessert. Der Aktionismus insbesondere der bayerischen Staatsregierung kann nach Ansicht der GEW keine nachhaltigen Erfolge zeigen, solange es sich um Einzelmaßnahmen handelt. Ein Sprachkurs hier, eine Förderstunde dort, zwei Intensivierungsstunden in der gesamten Gymnasialzeit, nach wie vor zögerlicher Ausbau von Ganztagsklassen…

Neubäcker: "Was wir brauchen, ist ein Gesamtkonzept und eine neue Schulstruktur. Solange Kinder nach der vierten Klasse in Schubladen sortiert werden, kann es keine Chancengleichheit geben, denn niemand kann künftige Entwicklungen von 10-jährigen zuverlässig voraussagen. Die viele Zeit, die für das Feststellen von angeblichen "Eignungen" für eine bestimmte Schulart verloren geht, könnte viel sinnvoller fürs Lernen und Üben genutzt werden. Was wir ebenso brauchen, ist eine bessere Aus-, Fort- und Weiterbildung von PädagogInnen. Dies alles ist nicht ohne erhebliche finanzielle Mittel zu erreichen. Wenn Deutschland die von der Bundeskanzlerin ausgerufene Bildungsrepublik werden will, muss sofort sehr viel Geld in Bildung investiert werden. Vom von der Bundeskanzlerin genannten Ziel, 7 % des Bruttoinlandsprodukts in Schulen zu investieren, sind wir um Lichtjahre entfernt. Insbesondere Bayern steht mit ca. 4,7 % selbst innerhalb der Bundesrepublik schlecht da. Sollten unsere genannten Forderungen erfüllt werden, hätte Deutschland die besten Aussichten auf einen Spitzenplatz bei künftigen PISA-Studien."

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