Lehrkräftemangel

GEW BW: 1.300 Stellen fehlen alleine in der Sonderpädagogik

Die Bildungsgewerkschaft GEW nennt die geplante Verteilung der 1.440 unbesetzten Lehrerstellen in Baden-Württemberg einen Schritt in die richtige Richtung. Die notwendigen Stellen für das neunjährige Gymnasium müssten aus eigenen Haushaltsmitteln finanziert werden.

23.07.2025 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg
  • Eine Hand meldet sich in einem Klassenraum. © Adobe Stock Die GEW erwartet bei allen Entscheidungen auch eine transparente Beteiligung der Personalvertretungen über die Hauptpersonalräte.

„Zentral ist eine Einstellungsoffensive. Wir erwarten eine transparente Aufarbeitung und heute im Landtag eine Entschuldigung der Landesregierung bei Schüler*innen, Eltern, Lehrkräften und Schulleitungen. Grüne und CDU haben den offensichtlichen Mangel an den Schulen ignoriert und in vielen Gesprächen mit der GEW bestritten. Wir wollen eine Bildungspolitik, die endlich ernst nimmt, was pädagogische Profis sagen. Wir haben 7.000 dauerhafte Ausfälle und 1.945 Stellen in der ständigen Vertretungsreserve. Seit Jahren müssen Lehrkräfte jonglieren, um den Pflichtunterricht einigermaßen sicherzustellen, seit Jahren werden Kinder und Jugendliche früher nach Hause geschickt, weil Unterricht ausfällt und nicht vertreten werden kann. Und nächste Woche werden erneut etwa 4.000 Referendar*innen von der Landesregierung in die Sommerferienarbeitslosigkeit geschickt. Kein anderes Bundesland spart so auf Kosten seines pädagogischen Nachwuchses“, sagte Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwoch (23.07.) in Stuttgart.

Die GEW erwartet bei allen Entscheidungen auch eine transparente Beteiligung der Personalvertretungen über die Hauptpersonalräte. In den vergangenen Wochen haben viele Staatliche Schulämter die Schulen informiert, dass im nächsten Jahr weniger Mittel für kurzfristige Vertretungen stehen würden. Die GEW will erreichen, dass dafür aus den eingesparten Geldern für die nicht besetzten 1.440 Stellen schnell Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Im sonderpädagogischen Bereich sind alleine landesweit 1.300 Stellen nicht besetzt. Die Bildungsgewerkschaft GEW setzt sich seit Jahren unter anderem für einen Stufenplan zum Ausbau der Vertretungsreserve für Lehrkräfte, A13/E13 für Grundschullehrkräfte und die Bezahlung der Sommerferien für Referendar*innen ein. Die grün-schwarze Landesregierung behauptete immer, dafür sei kein Geld da. Die Stellen, die für das neunjährige Gymnasium geschaffen werden müssen, sollen laut GEW nicht aus den verschwundenen 1.440 Stellenfinanziert werden. Die Stellen waren für andere Schularten vorgesehen und müssten diesen zurückgegeben werden.

Die GEW-Chefin erwartet eine klare Aufarbeitung. „Jeder Euro, der in den vergangenen Jahren auf Kosten der Kinder und Jugendlichen sowie ihrer Lehrkräfte nicht an die Schulen geflossen ist, muss für die dringend nötigen Investitionen wie Ganztagsausbau, Inklusion und bessere Förderung zurückgezahlt werden“, sagte Stein.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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