GEW: Freiwerdende Lehrerstellen bis 2016 werden gebraucht
"Schon zwei Wochen nach der Wahl gelten die Wahlversprechen der Grünen und der SPD offenbar nicht mehr. Wenn durch Schülerrückgang rechnerisch freiwerdende Lehrerstellen gestrichen werden, kann grün-rot die versprochene Senkung von Klassenteilern und eine bessere Unterrichtsversorgung sowie den Ausbau von Ganztagsschulen und gute Bedingungen für die Inklusion nicht umsetzen. Sollten die Streichung von Lehrerstellen im Koalitionsvertrag stehen, werden der designierte Ministerpräsident Winfried Kretschmann und sein Finanzminister Nils Schmid auf ihrem ersten Weg in den Landtag von enttäuschten und wütenden Eltern begleitet werden", sagte am Dienstag (12.04.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
12.04.2011 Pressemeldung GEW Baden-WürttembergDie Bildungsgewerkschaft erwartet, dass trotz des finanziellen Scherbenhaufens der CDU-/FDP-Landesregierung an den Bildungsausgaben in den nächsten fünf Jahren nicht gespart wird. "Investitionen in Bildung haben die höchste Rendite. Warum löst grün-rot nicht die Landesstiftung auf, prüft den Verkauf von Landesvermögen und sammelt Geld ein, das in unzählige Schulversuche und Projekte wie das Schulreife Kind gesteckt wurde", sagte Moritz. Die GEW setzt sich auch für eine Reform des Steuersystems ein, um die Einnahmen der öffentlichen Haushalte zu erhöhen.
Die GEW kann nicht nachvollziehen, warum in einer der ersten gemeinsamen Äußerungen von Grünen und SPD zur Bildungspolitik die Streichung von Lehrerstellen verkündet wird. "Das enttäuscht bei Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften viele Hoffnungen auf einen Neustart in der Bildungspolitik. Das Schüler-Lehrer-Verhältnis hat sich in den vergangenen 25 Jahren um bis zu 18 Prozent verschlechtert. Angesichts der zahlreichen pädagogischen Herausforderungen kann es sich unser Land noch lange nicht leisten, Lehrerstellen zu streichen", sagte Moritz.
Weitere Informationen: www.gew-bw.de
Steuerkonzept der GEW: www.gew.de/Bildungsfinanzierung.html
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