GEW Sachsen-Anhalt

GEW warnt vor Reduzierung der Stellen für Lehrer im Vorbereitungsdienst

Am kommenden Montag, dem 2. September, werden wieder etwa 200 junge Lehrerinnen und Lehrer in den Vorbereitungsdienst des Landes aufgenommen, die in den Schulen des Landes bereits dringend erwartet werden. "Diese Anzahl wird aber möglicherweise zum letzten Mal erreicht, wenn es nach Finanzminister Bullerjahn ginge", sagte der Chef der Bildungsgewerkschaft, Thomas Lippmann, mit Blick auf die vorliegenden Entwürfe der Haushaltspläne für 2014.

30.08.2013 Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Während seit 2012 – nach zähen Kämpfen um die Erhöhung von Studien- und Referendariatsplätzen für Lehrkräfte – jährlich 620 Stellen zu Verfügung standen, sollen diese im vorliegenden Haushaltsentwurf für 2014 um 200 Stellen reduziert werden. Durch die Verkürzung des Vorbereitungsdienstes auf 16 Monate können derzeit jährlich fast 450 junge Lehrerinnen und Lehrer ihre Ausbildung der 2. Phase in Sachsen-Anhalt aufnehmen.

Nach der Stellenkürzung wären es ab dem kommenden Jahr jährlich nicht einmal mehr 300.

"Das ist eine absurd niedrige Zahl. Damit kann das Land nicht einmal ansatzweise seiner gesetzlichen Ausbildungsverpflichtung nachkommen, da die Ausbildungskapazität an den beiden Universitäten des Landes für die 1. Phase ca. 600 Studienplätze pro Jahr beträgt. Von einer ausreichenden Vorsorge für die Sicherung des Lehrkräftenachwuchses im eigenen Land kann schon gar keine Rede sein.", äußert sich der Lippmann kritisch zu den neuerlichen planlosen Kürzungsvorschlägen des Finanzministers.

"Um den tatsächlichen Einstellungsbedarf zu erfassen, muss man in diesen Tagen nur einen Blick auf die mühsam vollzogene Stellenbesetzung und die schlechte Unterrichtsversorgung an den Schulen werfen.", sagte Lippmann mit Hinweis auf die Pressemeldungen aus dem Kultusministerium zum Schuljahresbeginn.

Bei weiter steigenden Schülerzahlen müssen in den nächsten Jahren alle ausscheidenden Lehrkräfte durch Neueinstellungen ersetzt werden. Das werden zwischen 600 und 800 Lehrkräfte sein.

"Die Ausbildung im Vorbereitungsdienst darf also nicht noch weiter gekürzt, sie muss im Gegenteil ausgeweitet und auch in weiteren Standorten in der Fläche des Landes aufgebaut werden. Denn schon jetzt ist das größte Problem des Lehrereinsatzes der Mangel in bestimmten Regionen. Wer dies nicht verstehen will, gefährdet vorsätzlich die Unterrichtsversorgung und damit die Qualität der schulischen Ausbildung.", sagte Lippmann.

Die GEW erwartet, dass die Abgeordneten bei den Haushaltsberatungen diese Pläne vom Tisch wischen und dauerhaft für eine ausreichende Ausbildung des Lehrkräftenachwuchses und eine bessere Verteilung in den Regionen des Landes sorgen.

Ansprechpartner

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