Gymnasiale Oberstufe wird reformiert – Kultusminister ruft zur Beteiligung am Diskussionsprozess auf

Im Vorfeld des morgen tagenden Bildungsausschusses des Thüringer Landtags kündigt Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU) eine Reform der gymnasialen Oberstufe des Thüringer Gymnasiums an. Dies sei angesichts der demografischen Entwicklung und den zunehmenden Anforderungen in einem zusammenwachsenden Europa unumgänglich. Die Änderungen werden auch für Gesamtschulen, berufliche Gymnasien und Kollegs gelten.

31.01.2007 Thüringen Pressemeldung Thüringer Kultusministerium

"Derzeit erarbeitet eine Arbeitsgruppe bestehend aus Lehrern und Vertretern der Schulämter, des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien sowie des Kultusministeriums bis April 2007 ein konkretes Konzept, über das bis zum Sommer eine breite Aussprache stattfinden wird. Im Verlauf des Schuljahres 2007/2008 erfolgt dann die Anpassung der Lehrpläne und Rechtsvorschriften. Wirksam werden die Änderungen für die Schülerinnen und Schüler, die zum Schuljahr 2008/2009 die zehnte Klasse besuchen", erklärt der Kultusminister.

Das wesentliche Ziel der gymnasialen Bildung müsse weiterhin eine breite Allgemeinbildung sein, die die Schüler für das Studium an einer Hochschule befähigt, so der Minister weiter. Um den gemeinsamen Unterricht in der Oberstufe weiter zu stärken und die Ausbildung der sozialen Kompetenzen zu verbessern, sollte vermehrt Unterricht im Klassenverband erteilt werden. Zudem müsse in allen Stufen der gymnasialen Ausbildung den Naturwissenschaften und Fremdsprachen ein größerer Stellenwert eingeräumt werden. Die Schüler sollten in der gymnasialen Oberstufe mindestens zwei naturwissenschaftliche Fächer und zwei Fremdsprachen durchgängig belegen. Dabei könne die Wahlfreiheit bezüglich der Gewichtung der Fächer erhalten bleiben. Ebenso werde am bewährten Seminarfach festgehalten. Außerdem müssten bei der Reform insgesamt die Plöner Beschlüsse der Kultusministerkonferenz vom Juni 2006, die zwischen Fächern mit grundlegendem und erhöhtem Anforderungsniveau unterscheiden, beachtet werden.

"Die Reform der gymnasialen Oberstufe ist jedoch nur der erste Schritt. Denn die Gymnasien im Freistaat müssen in ihrer Gesamtheit weiterentwickelt und zukunftsfähig gemacht werden", so der Minister abschließend.

Im Schuljahr 2006/2007 lernen im Freistaat an den Gymnasien 52.629 Schüler, an den Gesamtschulen 6.266 Schüler, an den beruflichen Gymnasien 4.398 Schüler und an den Kollegs 314 Schüler. Besuchten Mitte der 90er Jahre noch über 86.000 Schüler die Gymnasien, so rechnet man für das Schuljahr 2009/2010 mit rund 42.500 Schülern. Im Schuljahr 2005/2006 haben von 9.430 Schülern der Klassenstufe 12 in Thüringen 8.971 an den Abiturprüfungen teilgenommen. Davon erreichten 8.806 das Abitur, das sind 98,2 Prozent. Dies liegt im Schnitt der vergangenen Schuljahre (95,7 bis 98,2 Prozent). Der Notendurchschnitt lag bei 2,31, im Vorjahr bei 2,29.


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