Stellungnahme

Halbherziges Anpacken drängender Probleme

Bund und Länder haben sich auf eine gemeinsame Initiative verständigt, durch die mit 125 Millionen Euro die Bildungschancen von sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern verbessert werden sollen.

24.10.2019 Bundesweit Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)
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Dazu kommentiert der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann: „Jede Initiative, die dazu beiträgt, den Zusammenhang von sozio-ökonomischer Herkunft und Bildungschancen aufzulösen, ist zu begrüßen. Wenn es aber stimmt, dass die Länder sich nach PISA alle auf den Weg gemacht haben, um dieses Problem zu lösen, frage ich mich, warum in der Kultusministerkonferenz (KMK) nicht längst evaluierte Ergebnisse vorliegen, die man in die Fläche tragen kann. Vor diesem Hintergrund und der Größe des zu lösenden Problems ist die heute vorgestellte gemeinsame Initiative von Bund und Ländern halbherzig. Heute angekündigt, wird die Umsetzung zum Schuljahr 2021/22 starten – pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum des sogenannten PISA-Schocks. Das grenzt an Verschleppung. Zumal in der ersten Phase nur 200 von 32.577 allgemeinbildenden Schulen beteiligt werden. Erst 2026 kann der Transfer an alle Schulen beginnen. Bis dahin haben wir wieder eine Schülergeneration verloren.“

Er kritisiert außerdem: „Es fehlt eine nationale Bildungsstrategie. Die Maßnahmen, welche umgesetzt werden, um besser mit der steigenden Heterogenität in den Schulen umgehen zu können, täuschen über ein Grundproblem des Bildungssystems nicht hinweg: Es ist nicht ausfinanziert. Wo Lehrkräfte fehlen, wo keine multiprofessionellen Teams an Schulen eingesetzt werden und wo Kinder deshalb eben keine individuelle Förderung erhalten, laufen viele Maßnahmen ins Leere. Deshalb brauchen wir endlich eine tragfähige Vorstellung, was Bildung leisten kann und soll – und wie Schulen dafür ausgestattet werden müssen.“

Bezüglich der Evaluierung von Maßnahmen zur Verringerung der Abhängigkeit des Bildungserfolgs vom Elternhaus weist Beckmann darauf hin, dass darauf geachtet werden muss, dass nicht alle Maßnahmen für alle Kinder gleichermaßen wirken: „Es braucht immer ein Nebeneinander verschiedener Maßnahmen, um dem individuellen Kontext Rechnung tragen zu können und die Schulen in der Bandbreite der dort auftretenden heterogenen Herausforderungen ausstatten zu können.“ 


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