Immer mehr Lehrkräfte an Gymnasien beantragen Teilzeit

Heftige Kritik übte der Bezirksvorsitzende des Philologenverbandes Nord-Württemberg, Knut Krüger, vor den Schulvertretern der über hundert Gymnasien des Bezirks Stuttgart im Gmünder Stadtgarten an der Spar- und Einstellungspolitik der baden-württembergischen Landesregierung, die zur Folge habe, dass die Belastung der Lehrkräfte an den Gymnasien weiter zunehme. Vielfach könnten Lehrkräfte die geforderte Mehrarbeit nicht mehr leisten und würden deshalb zur Teilzeitarbeit gedrängt.

15.11.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Philologenverband Baden-Württemberg

"Wir stellen fest, dass immer mehr Kolleginnen und Kollegen Anträge auf Teilzeit stellen und dadurch Nachteile in Kauf nehmen müssen", so Bezirksvorsitzender Krüger mit dem Hinweis auf Gehalts- und spätere Pensionseinbußen. Ein weiterer Nachteil sei, dass Teilzeitlehrkräfte trotz ihres reduzierten Lehrauftrags wie Vollzeitkräfte an allen Konferenzen, an Sprengeltagungen und sonstigen schulischen Aktivitäten teilnehmen müssten. Oft würden Teilzeitlehrkräfte gebeten, in Krankheitsfällen einzuspringen, um die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten.

Kein Verständnis zeigte Knut Krüger an der Anhebung der Unterrichtsverpflichtung für Referendare auf 12 Stunden bei zeitgleicher Verkürzung des Referendariats von 24 auf 18 Monate, die zu einer unverantwortlichen Arbeitsverdichtung des Lehrernachwuchses führe. Lehrer benötigten gerade in den ersten Berufsjahren einfach mehr Zeit, auch um gerade gehaltene Stunden noch einmal gedanklich durchzugehen, mit Kollegen darüber zu sprechen und eventuell notwendige Korrekturen vorzunehmen.

Thema der diesjährigen PhV-Bezirksherbsttagung war auch die laufende Schulstrukturdebatte. Der Philologenverband setzt sich weiterhin für die Erhaltung eines gegliederten begabungsgerechten Schulsystems ein, in dem alle Schularten ihren Platz haben. Nicht das Schulsystem sei entscheidend für den Schulerfolg, sondern gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer und gute schulische Rahmenbedingungen würden schulische Ergebnisse verbessern. Gemeinschafts- und Einheitsschulmodelle lehnt der Philologenverband ab. Krüger: "Wir wollen nach Begabung fördern!"

Abschließend sprach sich Bezirksvorsitzender Krüger für mehr Anerkennung des Lehrerberufs, für eine bessere personelle und räumliche Ausstattung der Schulen aus, kritisierte die Gehaltsabsenkung und den Wegfall der steuerlichen Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers.


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