Bayern

"Individuell und Einheitsschule passen nicht zueinander"

"Die einzelne Schülerin und der einzelne Schüler stehen im Mittelpunkt der bayerischen Bildungspolitik und des bayerischen Bildungswesens," pariert Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle die erneute Forderung der ´Grünen´ nach einer Gemeinschaftsschule. "Wir setzen in Bayern auf individuelle Förderung statt auf Einheitsschule. ´Individuell´ und ´Einheitsschule´ liegen diametral auseinander und passen schon der Bedeutung wegen nicht zueinander."

13.01.2011 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Zentrale Elemente des Ausbaus der individuellen Förderung sind für Minister Spaenle:

1. Der Ausbau der Ganztagsangebote.

Die Anzahl der Schulstandorte mit gebundenen Ganztagszügen wurde in Bayern zum Beispiel zum Schuljahr 2010/2011 von bisher 618 auf nun 785 erhöht, die Gruppen der offenen Ganztagsangebote wurden von 2.831 im vergangenen Schuljahr auf nun 3.140 angehoben. Auch die Mittagsbetreuung wird weiter ausgebaut. "Der flächendeckende Ausbau gebundener Ganztagsschulen ist mir ein großes Anliegen", betont Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle. "Mit mehr Ganztagsangeboten können wir die Schülerinnen und Schüler besser individuell fördern und so die Mütter und Väter bei ihren Erziehungsaufgaben unterstützen", so der Minister weiter.

2. Kleinere Klassen.

An den Grundschulen beispielsweise ist zum laufenden Schuljahr die durchschnittliche Klassenstärke von 22,2 auf 21,9, an den Haupt- und Mittelschulen von 20,5 auf 20,2 Schülerinnen und Schüler gesunken. Kultusminister Spaenle: "Die Bayerische Staatsregierung hat sich zum Ziel gesetzt, im Verlaufe der Legislaturperiode die Klassengröße weiter zu senken. Wir sind hier bereits auf einem guten Weg." Die Klassen mit einem Anteil von mehr als der Hälfte der Kinder mit Migrationshintergrund werden im Bereich der Volksschulen ab einer Klassenstärke von 25 Schülerinnen und Schülern geteilt mit dem Ziel, diese Kinder besonders gut fördern zu können. Dazu wendet das Ministerium im Schuljahr 2010/2011 insgesamt 411 Vollzeitstellen auf.

3. Inklusive Schulangebote.

"Wir müssen den Anliegen, Fähigkeiten und Bedürfnissen der jungen Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in unserem Schulwesen gerecht werden", betonte Minister Spaenle. Bayern setze die UN-Behindertenrechtekonvention um. Eltern werden mehr in den Entscheidungsprozess, ob ihre Kinder eine Regelschule oder eine Förderschule besuchen, einbezogen. "Unser Ziel ist die Inklusion durch Kooperation, bei der wir die jungen Menschen mit besonderen Angeboten wie den Mobilen Sonderpädagogischen Diensten begleiten", konkretisierte der Minister. Beispielhaft für ganz Deutschland entwickeln Mitglieder aller Fraktionen des Bayerischen Landtags mit dem Kultusministerium ein geeignetes Konzept.

4. JaS 1000.

Das Ziel der Bayerischen Staatsregierung: Bis zum Jahr 2019 soll es in Bayern 1000 Stellen der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) geben. Aktuell bezuschusst der Freistaat bereits 450 JaS-Stellen an 629 Schulen und unterstützt damit die zuständigen Kommunen bei der Erfüllung ihrer Pflichtaufgabe im Rahmen der Jugendhilfe. JaS unterstützt gezielt sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Deswegen werden seit dem 1. September 2010 die kommunalen JaS-Stellen nicht nur an Haupt-, Berufs- und Förderschulen, sondern auch an Grundschulen, die einen Migranten-Anteil von über 20 Prozent aufweisen, staatlich bezuschusst.


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