Schleswig-Holstein

Inklusion in Schulen: Ministerielles Lob genügt nicht

Konkrete Konsequenzen aus dem "Dialog inklusive Beschulung" erwartet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Der Bildungsminister hatte am Mittwoch, 1. März 2012 Verbände von Menschen mit Behinderungen, Eltern- und Schülervertreter, Wohlfahrtsverbände sowie Lehrerorganisationen zum Meinungsaustausch über das Thema "Inklusion" eingeladen.

01.03.2012 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Ein Lob des Ministers klingt zwar recht schön, reduziert aber nicht die Belastungen der Lehrerinnen und Lehrer, auf deren Rücken die Spitzenposition Schleswig-Holsteins bei der Inklusion bisher erreicht wurde", sagte die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende und Sonderschullehrerin Astrid Henke, die für die GEW am Dialog teilnahm. "Wenn Inklusion in den Schulen wirklich gelingen soll, brauchen wir kleinere Klassen und insgesamt bessere Bedingungen. Sonst geht sie zu Lasten von Lehrerinnen und Lehrern, aber auch von Kindern und Jugendlichen." Sie forderte die schwarz-gelbe Landesregierung deshalb auf, auf die geplante Streichung von Lehrerstellen zu verzichten.

Der Behauptung des Bildungsministers aus dem Bericht zur Umsetzung der Inklusion in Schleswig-Holstein: "Die bisherige Entwicklung hat gezeigt, dass sich die inklusive Beschulung im Rahmen der vorhandenen Ressourcen verwirklichen lässt", müsse entschieden widersprochen werden, so Astrid Henke. Der Minister irre ebenfalls, wenn er glaube, es komme beim Ausbau der Inklusion im Wesentlichen auf die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte sowie fachliche Unterstützung der Regelschulen durch die Förderzentren an. Das seien zwar wichtige und notwendige Maßnahmen, hinzukommen müssten aber beispielsweise:

  • Doppelbesetzung in Klassen mit Integrationsmaßnahmen,
  • ausreichende personelle Ausstattung der Präventionsmaßnahmen,
  • Bereitstellung von zusätzlichen Lehrkräften für die sonderpädagogische Förderung in der Eingangsphase,
  • sozialpädagogische Fachkräfte für Schulsozialarbeit in jeder Schule,
  • Schaffung von Barrierefreiheit in allen Bildungseinrichtungen.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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