IVL zum Grundschul-Ländervergleich: "Schulen sind nicht die sozialpolitischen Reparaturbetriebe!"
Aus Sicht der Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) sind die Ergebnisse des IQB–Ländervergleichs (http://www.iqb.hu-berlin.de/data/n/n009/LV_2011_Bericht.pdf) keine Überraschung; genauso wenig überraschen die Reaktionen der Politik darauf, z.B. nach einem "Überwinden von Nachteilen der sozialen Herkunft".
05.10.2012 Pressemeldung Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein"Anstatt zu erkennen, dass die Schulen nicht die gesellschaftspolitischen Reparaturbetriebe sind, wird auch diese Studie wieder zum Anlass genommen werden, um an den Schulstrukturen herumzudrehen", prognostiziert die IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius.
Die IVL sieht in der Rückkehr zur Wissensvermittlung und der Abkehr vom fast schon fetischisierten Kompetenzbegriff in der Schulpädagogik den richtigen Weg. "Die Politik muss den Mut haben, auf die Elternhäuser der benachteiligten Kinder einzuwirken, anstatt wieder die Fehler bei den Schulen und damit letztendlich bei den Lehrkräften zu suchen", so Rhenius weiter.
Die IVL bekräftigt in diesem Zusammenhang ihre Forderung an die Politik, nicht weiter das Bild vom "bösen Schulmeister" zu zeichnen, der das "Arbeiterkind von der Bildung fernhält": "Es kann nicht sein, dass immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt wird, was nicht stimmt – nämlich dass das Schulsystem oder "die Schule" an diesen Nachteilen Schuld seien. Gemeint sind dabei die Lehrkräfte und das ist die eigentliche Frechheit, denn Lehrer unterstützen und fördern in aller Regel ihre Underdogs!", so Rhenius abschließend.
Keine Kommentare vorhanden