Ja zu mehr Gymnasiasten mit Migrationshintergrund! Nein zu muttersprachlichen Sondergymnasien!

Strikt ablehnend hat sich der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, zur Forderung des türkischen Ministerpräsidenten geäußert, in Deutschland spezielle Gymnasien für türkischstämmige Jugendliche zu gründen, in denen in deren Muttersprache unterrichtet werden soll. "Dies ist der absolut falsche Ansatz, um die zugegebenermaßen zu niedrige Quote von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland zu steigern. Wer im Übrigen türkischsprachige Gymnasien befürwortet, muss auch Ja sagen zu arabisch-, russisch-, italienisch- und serbokroatischen muttersprachlichen Gymnasien. Dies wäre der Weg in die Zergliederung und Atomisierung der deutschen Gesellschaft und nicht der Weg in die von allen Parteien gewünschte Integration!", betonte Meidinger.

12.02.2008 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)

Der DPhV-Vorsitzende wies darauf hin, dass das deutsche Abitur nach wie vor mit Ausnahme der Fremdsprachen natürlich in der deutschen Sprache geschrieben werden müsse.

Allerdings, so Meidinger, gibt es durchaus Möglichkeiten, wie Jugendliche mit Migrations-hintergrund ihre muttersprachlichen Kenntnisse gewinnbringend ins deutsche Schulsystem einbringen könnten. So bestehe in fast allen Bundesländern die Möglichkeit, die Herkunftssprache unter bestimmten Umständen als zweite, dritte oder spät beginnende Fremdsprache zu wählen und darin auch einen Teil der Abiturprüfung abzulegen.

Um die Quote von nicht deutschstämmigen Gymnasiasten zu steigern, hat der Deutsche Philologenverband bereits vor einem Jahr einen Maßnahmekatalog vorgeschlagen, der bislang allerdings von den Kultusministern nur zögerlich aufgegriffen worden ist. Der DPhV-Vorsitzende nannte vorrangig eine intensive sprachliche Frühförderung, am besten noch vor der Einschulung, eine verstärkte Bildungswerbung, um insbesondere auch mehr leistungsbereite türkischstämmige Mädchen für die Gymnasien zu gewinnen und die Einrichtung von speziellen, zeitlich begrenzten Übergangskursen und Zusatzangeboten für bestimmte Migrationsgruppen beim Übertritt auf weiterführende Schulen.


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