G8/G9

Jetzt die Chance für ein neues, geschlossenes G 9 nutzen!

Der Bayerische Philologenverband (bpv) und der Arbeitskreis Gymnasium und Wirtschaft (AGW) fordern, dass die politische Entscheidung für ein neues neunjähriges Gymnasium jetzt fallen muss.

14.07.2016 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)
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Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt und die Vorsitzenden des Arbeitskreises Gymnasium und Wirtschaft e. V. (AGW) Wolfram Lautner und Helmut Seidl fordern, dass in der Frage der Weiterentwicklung des bayerischen Gymnasiums den Schulen endlich Sicherheit im Sinne einer Entscheidung für ein neues, geschlossenes G 9 gegeben wird. „Die Anmeldezahlen zur Mittelstufe PLUS haben gezeigt, dass mehr als zwei Drittel der Eltern ein neunjähriges Gymnasium wollen, weniger als ein Drittel ein achtjähriges – jetzt muss die Politik handeln! Eine Verzögerungstaktik bis in den Herbst hinein schafft nur Unsicherheit und erschwert die Arbeit an den Schulen!“, erklären die Vorsitzenden.

G 8 ist gescheitert

Die Erfahrungen, die die Betroffenen mit dem G 8 gemacht haben, sprechen für sich und die Probleme, die sich aus der Schulzeitverkürzung ergeben haben, sind unterdessen offensichtlich: Hochschulen und Arbeitgeber klagen über sinkende Bildungsqualität und mangelnde Reife vieler Abiturientinnen und Abiturienten, gymnasialgeeignete Schülerinnen und Schüler weichen auf die Realschule aus, um Pflichtnachmittagsunterricht zu vermeiden, notwendige Übungs- und Vertiefungszeiten fehlen, Bildungsangebote im Bereich des Wahlunterrichts und außerhalb des schulischen Angebots werden aus Zeitmangel weniger nachgefragt – insgesamt fehlt einfach ausreichend Zeit für Bildung und Wertevermittlung.

Mittelstufe PLUS keine Dauerlösung

Die Mittelstufe PLUS ist für Schmidt allenfalls als Übergangslösung akzeptabel: „Dieses Modell kann nicht auf alle bayerischen Gymnasien übertragen werden. Denn weder wären die organisatorischen Herausforderungen dieses Modells für die Schulen noch die Kosten eines G8/G9-Parallelbetriebs für Staat und Kommunen dauerhaft zu stemmen.“

Zeit für ein neues, geschlossenes G 9 – Fehler anderer Länder vermeiden

Schmidt, Lautner und Seidl stimmen darin überein, dass es deshalb jetzt an der Zeit ist, ein neues, geschlossenes G 9 für Bayern zu entwickeln und nicht die Fehler anderer Bundesländer zu wiederholen: „Eine bayerische Gymnasiallandschaft als Flickenteppich darf es nicht geben. Bayern braucht kein Nebeneinander verschiedener Gymnasien, sondern ein Gymnasium!“ Das heißt aber nicht, dass es nicht auch Wege geben darf, in acht Jahren zum Abitur zu gelangen. Der Bayerische Philologenverband hat dazu Ideen entwickelt und Eckpunkte vorgelegt, wie ein von neun Jahren her gedachtes Gymnasium allen Schülerinnen und Schülern gerecht werden kann: der Mehrheit derer, die neun Jahre wollen und brauchen und der Minderheit derjenigen, die es in acht Jahren absolvieren wollen und dies dann auch durch entsprechende Förderangebote erfolgreich können. Die Vorsitzenden von bpv und AGW wünschen der Bayerischen Staatsregierung den Mut, nun endlich diese Richtung, die auch die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger favorisiert, einzuschlagen und so das bayerische Gymnasium wieder in ruhigere Fahrwasser zu bringen, damit endlich statt der Frage nach der Dauer wieder die Frage nach einer zukunftsorientierten pädagogischen Weiterentwicklung gymnasialer Bildung in den Vordergrund rückt.


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