Jugend forscht Bundessieger starten beim EU-Wettbewerb
Vier Bundessieger von Jugend forscht werden Deutschland ab morgen beim 22. European Union Contest for Young Scientists in Lissabon vertreten. An dem Wettbewerb nehmen in diesem Jahr 125 talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zwischen 14 und 21 Jahren teil. Die Jugendlichen aus 37 Ländern präsentieren in zehn Wettbewerbsdisziplinen insgesamt 85 Projekte, die von einer internationalen Expertenjury bewertet werden.
23.09.2010 Pressemeldung Stiftung Jugend forscht e.V.Die deutschen Teilnehmer konnten sich beim diesjährigen Jugend forscht Finale in Essen für den EU-Wettbewerb qualifizieren. Luca Banszerus (18) und Michael Schmitz (19) aus Bad Münstereifel gelang es, Graphen – hauchdünne Täfelchen aus Kohlenstoff – mit elektrischen Kontakten zu versehen und so etwa Mikrosensoren für die Nanotechnologie herzustellen. Mit ihrem hochaktuellen Thema gewannen die Jungforscher im Mai beim Bundeswettbewerb den Preis der Bundesministerin für Bildung und Forschung für die beste interdisziplinäre Arbeit.
Wenn Vogel- oder Fischschwärme blitzschnell ihre Richtung ändern, ohne dass die Tiere dabei zusammenstoßen, ist die sogenannte Schwarmintelligenz im Spiel. Andreas Lang (20) aus Chemnitz hat auf der Grundlage dieses Phänomens eine Software entwickelt, mit deren Hilfe sich Gesichter auf einem Video auch dann verfolgen lassen, wenn sie sich drehen, wenden oder entfernen. Beim 45. Jugend forscht Finale siegte er im Fachgebiet Mathematik/Informatik.
Ebenfalls in Portugal dabei ist der aktuelle Technik-Bundessieger Simon Schuldt. Der 19-Jährige konstruierte das flugfähige Modell eines deltaförmigen Nurflüglers. Flugzeuge dieser Bauweise haben die Form einer einzigen großen Tragfläche. Im Gegensatz zu herkömmlichen Passagierflugzeugen erzeugt ein Nurflügler deutlich weniger Abtrieb, weshalb auch der Treibstoffverbrauch geringer ist.
Die Jungforscher erhielten im Vorfeld von der Deutschen Forschungsgemeinschaft e. V. (DFG) eine qualifizierte Vorbereitung auf den EU-Wettbewerb, die sie ebenfalls beim Bundesfinale gewonnen hatten. Das Coaching umfasste unter anderem Tipps durch DFG-Experten zur inhaltlichen Weiterentwicklung der Projekte.
Den jungen Wissenschaftlern winken beim EU-Wettbewerb Preise im Gesamtwert von 46.500 Euro sowie Praktika und Forschungsreisen. Die Sieger werden am Dienstag, den 28. September 2010 in einer Feierstunde im Kulturzentrum Centro Cultural de Belém ausgezeichnet.
Der European Union Contest for Young Scientists wird von der Europäischen Kommission veranstaltet. Ziel ist die Förderung des wissenschaftlichen Austausches und der Zusammenarbeit zwischen jungen Forschern. "Seit Gründung des Wettbewerbs 1989 ist Deutschland auf europäischer Ebene mit 19 ersten Preisen die erfolgreichste Nation", sagt Dr. Jörg F. Maas, Geschäftsführer der Stiftung Jugend forscht e. V. "Wir sind zuversichtlich, dass unsere Teilnehmer auch in diesem Jahr wieder überzeugen können."
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