Neue Förderstrategie

KMK-Präsidentin Kurth: "Leistungsspitze verbreitern"

Die Kultusministerkonferenz hat erstmalig eine "Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler" beschlossen. Das Ziel der Förderstrategie ist es, den leistungsstarken Schülerinnen und Schülern Lernbedingungen zu schaffen, die ihnen eine optimale Entfaltung ihrer Potentiale ermöglichen und ihnen ihrer individuellen Leistungsfähigkeit entsprechende bestmögliche Bildung zu vermitteln.

12.06.2015 Pressemeldung Sekretariat der Kultusministerkonferenz
  • © SMK Sachsen

"Bislang haben wir in der Kultusministerkonferenz einen Schwerpunkt auf die Förderung von leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern gelegt - und das nicht ohne Erfolg, wie die aktuellen Bildungsstudien zeigen. Wir müssen uns jedoch auch fragen, wie wir die starken Schüler noch besser unterstützen können. Das gehört für mich ebenso zur Frage der Bildungs- und Chancengerechtigkeit. Durch die PISA-Studien und die Ländervergleiche der KMK mussten wir feststellen, dass es nur einen vergleichsweise geringen Anteil von Schülerinnen und Schülern auf den beiden oberen Kompetenzstufen sowohl im Bereich der Mathematik und der Naturwissenschaften als auch in Deutsch und Englisch gibt. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die es in die obersten Leistungsstufen schaffen, hat sich zudem seit der ersten PISA-Studie nicht wesentlich verändert. Das unterstreicht die Notwendigkeit für ein derartiges Papier", sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und sächsische Kultusministerin, Brunhild Kurth.

Die Förderstrategie empfiehlt, die Maßnahmen im Bereich der Diagnostik, der innerschulischen wie außerschulischen Förderung und Begleitung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Leistungspotenzialen zu verstetigen. In allen Phasen der Lehrerbildung bedarf es erhöhter Anstrengungen, um die Kenntnisse und Kompetenzen von Lehrkräften im Bereich der schulischen und außerschulischen Förderung von leistungsstarken und potenziell leistungsfähigen Schülerinnen und Schülern auszubauen. Die begabungsgerechte Förderung umfasst die gesamte Lernbiographie eines Kindes. Die vorliegende Förderstrategie bezieht sich auf den Primar- und Sekundarbereich und lenkt den Blick auch auf die Gestaltung der Übergänge.

KMK-Präsidentin Kurth betonte weiter: "Wir brauchen die leistungsstarken Schülerinnen und Schüler nicht zuletzt auch für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland. Deshalb hat die Kultusministerkonferenz eine Förderstrategie entwickelt, um diese Schüler zu erkennen und sie systematisch zu fördern und zu begleiten."

Diese Zielgruppe umfasst Schülerinnen und Schüler, die bereits sehr gute beobachtbare Leistungen erbringen, ebenso wie Schülerinnen und Schüler, deren Potenziale es zu erkennen und durch gezielte Anregung und Förderung zu entfalten gilt. Entsprechend der Mehrdimensionalität des Leistungsbegriffes geht es neben der vorrangigen Förderung der allgemeinen intellektuellen Begabung auch um die Förderung der musischen, sportlichen und emotionalen Fähigkeiten.

Details zu den Inhalten der Förderstrategie unter den acht Aspekten Diagnostik, Enrichment (Anreicherung), Akzeleration, Gruppierung, Integrierte Förderung, Schulergänzende Maßnahmen, Qualitative Weiterentwicklung der Lehrerbildung und Stärkung von Bildungspartnerschaften finden sich auf der Homepage der KMK.


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