Baden-Württemberg

Kretschmann stellt Fremdevaluation auf den Prüfstand: VBE an Kretschmanns Seite

Ministerpräsident Wilfried Kretschmann schlägt nun selbst Einsparungen im Bildungsbereich vor: er stellt die Fremdevaluation auf den Prüfstand.

18.05.2012 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Unter Berücksichtigung der Praxislage stellt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Südbaden fest, dass dieser Gedankengang richtig ist und noch weitere Einsparungsschritte nach sich ziehen sollte. Nach Meinung der stellvertretenden Landesbezirksvorsitzenden Silke Siegmund (Friesenheim) sollte dabei vor allem ein Auge auf solche Maßnahmen geworfen werden, die Lehrkräfte unnötig belasten, weil nach der Diagnose aus den gezogenen Erkenntnissen mangels Finanzierungsmöglichkeit keine Verbesserungsmaßnahmen oder Leistungsanreize erfolgen. Siegmund: "Ein objektiv erzieltes Ergebnis eines Tests befriedigt in keinster Weise, wenn anschließend keine Schlussfolgerungen daraus gezogen werden. Dies gelte für Schüler, wie auch für Lehrerkollegien und Schulen."

Seit der Zeit von Kultusministerin Schavan prasselte auf die Schulen ein neues Vokabular und neue Maßnahmen nieder, die Schule als Managementbetrieb mit der Wirtschaft vergleichbar machen sollte: "Evaluation", "Diagnosearbeiten", "Zertifizierung", "A/C-Profil" und wie die eingeführten Fachbegriffe alle heißen, halfen, der Schule einen pseudowissenschaftlichen Anstrich zu verpassen. Der zu Beginn der Fremdevaluation angedachte Zeitraum "alle fünf Jahre" konnte zu keiner Zeit eingehalten werden. Es fehlte schlicht und einfach an der genügenden Anzahl der ausgebildeten Evaluatoren. "Es sei einmal dahingestellt, ob ein Dreierteam für die Fremdevaluation einer Grundschule mit zwei Gymnasiallehrern optimal besetzt ist", denkt Siegmund über Optimierungen nach. Und ob nach 10 Jahre Abstinenz eine zweite Fremdevaluation Entwicklungsschritte der Schule tatsächlich aufzeigen kann, sei doch recht zweifelhaft.

Auch bei den aufwändigen Diagnosen im Schülerbereich, die nach VBE-Auffassung grundsätzlich auch ihre Berechtigung haben, stehe der Aufwand an Zeit, Papier und Durchführung in keinem Verhältnis zu den aus dem Ergebnis gezogenen Maßnahmen. Weder gebe es für gut abschneidende Schulen Leistungsprämien, noch würden entwicklungsfähige Schulen mit mehr Lehrerstunden ausgestattet. Silke Siegmund: "Wenn bei einem Schülertest das herauskommt, was wir Lehrkräfte eh schon wissen, muss man sich fragen, was es bringt, wenn keinerlei Konsequenzen danach erfolgen." Mit Finanzen die nicht zur Verfügung stünden, kann man keine Schüler fördern, stellt der VBE Südbaden fest.

www.vbe-suedbaden.de


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