Kühl/Ebling: Wirtschaft erhält in Gymnasien höheren Stellenwert

"Warum steigt der Benzinpreis? Warum steigt der DAX und warum wird das Brot nicht teurer? Warum gibt es globale Hungersnöte und gleichzeitig unermesslichen Wohlstand in einigen Teilen der Welt? Wer diese Frage nicht mit Klischees und Vorurteilen schnell beantworten möchte, der muss sich mit grundlegenden ökonomischen Zusammenhängen beschäftigen. Eine wirtschaftliche Grundbildung für Jugendliche stellt daher eine wichtige Voraussetzung dafür dar, dass sie sich als mündige Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Lebens- und Arbeitswelt unserer Gesellschaft beteiligen können." Das unterstrichen Wirtschaftsstaatssekretär Carsten Kühl und Bildungsstaatssekretär Michael Ebling anlässlich des Starts der Fortbildungsreihe für Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien zu den neu entwickelten Konzepten und Handreichungen für die "Ökonomische Bildung".

28.09.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Ökonomische Bildung sei ein Teil einer umfassenden Allgemeinbildung, die die Teilhabe am kulturellen und wirtschaftlichen Leben ermögliche. Wirtschaftliche Inhalte müssten daher selbstverständlich als fester Bestandteil fächerübergreifend in den Unterricht integriert werden. Dabei betonte Kühl noch einmal die Bedeutung, die der Entwicklung eines Gesamtkonzeptes für die ökonomische Bildung an den Schulen im Rahmen eines fächerübergreifenden Ansatzes zukomme. In Übereinstimmung mit Michael Ebling hielt er weiter fest, mit dieser Herausforderung sollten die Lehrkräfte und Schulen jedoch nicht allein gelassen werden. Ein Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern des Wirtschafts- und des Bildungsministeriums, der Landesarbeitsgemeinschaft Schule/Wirtschaft der Landesvereinigung der Unternehmerverbände (LVU), der Schulaufsicht sowie aus Lehrkräften von Gymnasien hat die neue Handreichung für Gymnasien entwickelt. Sie ist als Hilfestellung und Anregung für Lehrkräfte konzipiert und zeigt für unterschiedliche Fächer auf, wo Bezüge zwischen den Lehrplaninhalten des Faches und ökonomischen Aspekten bestehen. Der Effekt sei, dass praktisch alle Fächer durch eine entsprechende Akzentuierung geeigneter Fachinhalte einen Beitrag zur ökonomischen Bildung leisten könnten.

Ebling erinnerte daran, dass mit den "Richtlinien zur Ökonomischen Bildung an allgemein bildenden Schulen in Rheinland-Pfalz" bereits im Jahr 2003 eine gute Basis gelegt worden sei. Das darin beschriebene Konzept sehe vor, dass wirtschaftliche Aspekte als fester Bestandteil fächerübergreifend in den Unterricht integriert werden. Die Handreichung sowie die Benennung von Schulkoordinatorinnen und Schulko¬ordinatoren für die ökonomische Bildung speziell an Gymnasien sollten nun die Entwicklung und Umsetzung schulinterner Konzepte für die Verknüpfung von Berufsorientierung und ökonomischer Bildung und deren Integration in den Unterricht an Gymnasien unterstützen und verstärken.

Für die konkrete Umsetzung im Unterricht wies Staatssekretär Kühl noch einmal auf die positiven Erfahrungen hin, die viele Schulen in der Kooperation mit Unternehmen und Vertretern der Wirtschaft machten. "Einen weiteren Anknüpfungspunkt hierfür kann der für den 8. November 2006 geplante B.O.S.S. Aktionstag (Berufliche Orientierung: Schüler als Selbstständige) darstellen", unterstrich Carsten Kühl. Während dieses Aktionstages kommen Jugendliche und Vertreter der Wirtschaft an den Schulen in unterschiedlichster Weise, beispielsweise im Rahmen von Workshops, ins Gespräch. Im Mittelpunkt steht dabei die Auseinandersetzung der Jugendlichen mit wirtschaftlichen Themenstellungen, der beruflichen Orientierung sowie der Möglichkeit einer beruflichen Selbstständigkeit.


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