Kultusminister Flath: Duale Berufsausbildung hat Vorrang
Kultusminister Steffen Flath hat die Ausbildungsbereitschaft der sächsischen Handwerksbetriebe gelobt. "Das Handwerk ist der größte und zuverlässigste Ausbilder der Regionen. Jeder dritte Handwerksbetrieb bildet aus", sagte Flath auf dem heutigen Jahresempfang der Handwerkskammer Chemnitz. Gleichzeitig appellierte er an die sächsische Wirtschaft, für ausreichend Ausbildungsplätze zu sorgen. "Die Hauptverantwortung für die Berufsausbildung und die Fachkräftegewinnung liegt bei der Wirtschaft. Die duale Berufsausbildung hat Vorrang", so Flath weiter. Die vollzeitschulische Ausbildung könne nicht der Ersatz für die duale Berufsausbildung sein.
13.04.2005 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für KultusDas derzeitige Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen kann die Nachfrage nach dualer Berufsausbildung nicht abdecken. In den vergangenen Jahren reagierte das sächsische Kultusministerium auf diese "Schieflage" und erhöhte die Angebote vollzeitschulischer Bildungsgänge zur Berufsausbildung und Studienqualifizierung. Waren 1994 noch 70 Prozent der Auszubildenden im ersten Lehrjahr in einer dualen Berufsausbildung und etwa 30 Prozent in einer vollzeitschulischen Ausbildung, so hat sich 2004 der Anteil der Auszubildenden im dualen System auf 50 Prozent verringert. Der Minister äußerte aber die Hoffung, dass sich das derzeit ungünstige Verhältnis durch die zahlenmäßig schwachen Schülerjahrgänge in den kommenden Jahren wieder zu Gunsten der dualen Berufsausbildung verändern werde.
Darüber hinaus ging Flath auf die immer wieder geäußerten Klagen der Ausbildungsbetriebe über die unzureichende Ausbildungsreife der Lehrstellenbewerber ein. "Wir haben eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, mit denen wir eine Verbesserung der Situation erreichen wollen", so Flath. Er verwies auf die Lehrplanreform in der Mittelschule sowie die Einführung des Fachs 'Wirtschaft-Technik-Hauswirtschaft/Soziales', mit denen die Schüler auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorbereitet werden sollen. Auch bundesweit einheitliche Bildungsstandards für den Haupt- und Realschulabschluss dienten diesem Ziel.
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