Kultusministerin Karin Wolff: "Auf Qualitätskurs ins neue Schuljahr"

In ihrer Regierungserklärung vor dem Hessischen Landtag hat Kultusministerin Karin Wolff heute die konsequente Fortsetzung des Qualitätskurses in der hessischen Bildungspolitik angekündigt und die gezielten Falschmeldungen der Opposition zu Beginn des neuen Schuljahrs als "unerträglich" bezeichnet. "Allen Unkenrufen zum Trotz haben wir gemeinsam mit den Staatlichen Schulämtern und den Schulleitungen wie in den Jahren zuvor auch dieses Mal wieder für einen geordneten Start ins neue Schuljahr gesorgt", betonte die Ministerin.

20.09.2005 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Auf Fächer bezogen werde es nach wie vor in Teilen schwierig bleiben, den Lehrerbedarf zu decken. "Die Stellen sind da, aber es fehlen die ausgebildeten Nachwuchskräfte", so Wolff. Abhilfe ließe sich durch stetiges Werben für diesen besonderen Beruf, ein positives Lehrerbild und den erleichterten Zugang für Seiteneinsteiger schaffen. Die fortwährend solide Unterrichtsversorgung sei die Basis für Hessens Weg zum Bildungsland Nr. 1. In den ersten fünf Jahren ihrer Amtszeit habe die Landesregierung in einem gewaltigen Kraftakt 2.900 Stellen für Lehrer und 1.600 Stellen für Referendare geschaffen. "Bis 2008 haben wir 500 weitere Lehrerstellen zugesagt. Fakt ist: Wir werden das Zweifache schaffen", erklärte Wolff. Bereits jetzt stünden Mittel im Umfang von 500 zusätzlichen Stellen für überplanmäßigen Unterrichtsbedarf zur Verfügung, rund 340 weitere Stellen sorgten für zusätzliche Qualität in Ganztagsschulen, SchuB-Klassen (Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb) und im verkürzten gymnasialen Bildungsgang.

"Wir möchten möglichst viele Stellen auf dauerhafte Füße stellen", begegnete Wolff der Forderung nach mehr Verlässlichkeit und Kontinuität an den Schulen. Aus diesem Grund würden in den Haushaltsjahren 2006 und 2007 500 BAT-Stellen in Beamtenstellen umgewandelt. "So bleiben die Lehrerinnen und Lehrer ihren Klassen erhalten und bekommen auch persönlich Planungssicherheit", hob die Ministerin hervor.

Als Schlüssel für mehr Qualität bezeichnete Wolff die Selbstständigkeit von Schule: "Wenn unsere Forderung, Schule und Unterricht konsequent zu modernisieren, Wirklichkeit werden soll, dann müssen unsere Schulen schrittweise mehr Freiheit in pädagogischen, personellen, finanziellen und organisatorischen Fragen erhalten." Die Ministerin kündigte an, noch in diesem Jahr ein Gesamtkonzept für die selbstständige Schule in Hessen zu präsentieren, das eine Vielzahl von Initiativen wie die eigenständige Gestaltung verlässlicher Schulöffnungszeiten oder die eigenverantwortliche Organisation einer Jahresstundentafel umfasse. Die Ministerin verwies in diesem Zusammenhang auch auf das gestern vorgestellte gemeinsame Positionspapier der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und der Landesregierung, mit dem beide Partner ihr Bekenntnis zur Eigenverantwortung von Schulen unterstreichen. Darüber hinaus bedankte sich Wolff auch für die umfangreiche Unterstützung der VhU und der Kammern bei der Berufsorientierung von Schülerinnen und Schülern. Zu Schuljahresbeginn hatten sich das Hessische Kultusministerium und die VhU über eine Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen hessischen Schulen und Unternehmen verständigt. "Wir haben ein starkes Fundament gesetzt, auf dessen Basis die Partnerschaften zwischen Schule und Wirtschaft nun kontinuierlich ausgebaut und systematisiert werden können", sagte die Ministerin.

Dass die Landesregierung mit dem Qualitätskurs ernst macht, zeige auch der Blick auf das soeben begonnene Schuljahr mit seinen zahlreichen Neuerungen. Als einen der wichtigsten Schritte bezeichnete Wolff das neue Lehrerbildungsgesetz, mit dem Hessen die Lehrerbildung umfassend modernisiert habe. "Alle drei Phasen der Lehrerbildung - Studium, Vorbereitungsdienst und Fortbildung - sind jetzt passgenau miteinander verzahnt und bauen stringent aufeinander auf", erläuterte die Ministerin. Sowohl Hochschulen als auch Studienseminare hätten mit Hochdruck an den neuen Ausbildungsmodulen gearbeitet, die jetzt rechtzeitig fertig seien. Im Bereich der Fortbildung hätten das Institut für Qualitätsentwicklung, das Amt für Lehrerbildung und die Staatlichen Schulämter ebenfalls ganze Arbeit geleistet: "Derzeit stehen den Lehrerinnen und Lehrern etwa 3.800 Fortbildungsangebote zur Verfügung, täglich kommen rund 40 neue hinzu", sagte Wolff. "Die Opposition hat auch hier ihre Kassandrarolle umsonst gespielt: Die neue Lehrerbildung läuft reibungslos an, wofür ich mich bei allen Beteiligten bedanken möchte."

Wolffs Anliegen ist, den Lehrerberuf in der Öffentlichkeit deutlich aufzuwerten. "Nur mit gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern, die selbstbewusst auf ihre Leistungen verweisen und zu Recht stolz darauf sind, können wir auch die Leistungsfähigkeit unserer Schulen weiter sichern."


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