Kultusministerin Schick soll Sofortprogramm für Berufliche Schulen starten
Die Bildungsgewerkschaft GEW erwartet von Kultusministerin Marion Schick ein Sofortprogramm für die Beruflichen Schulen. "Jeden Tag erreichen uns Meldungen von Eltern und unseren zahlreichen Mitgliedern unter den Lehrerinnen und Lehrern an Beruflichen Schulen, dass Realschüler trotz eines guten Notendurchschnitts im September keinen Platz an den Beruflichen Gymnasien bekommen. Wir erwarten von Kultusministerin Marion Schick, dass sie ihre Versprechen einlöst und durch zusätzliche Klassen an den Beruflichen Gymnasien den Absolventen der Realschulen einen Schulplatz anbietet", sagte am Mittwoch (05.05.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Im Landtag wurde heute über die Lage an den Beruflichen Schulen debattiert.
05.05.2010 Pressemeldung GEW Baden-WürttembergDie GEW berichtet, dass teilweise ein Notenschnitt von 2,3 nicht ausreicht, um einen Platz an einem Beruflichen Gymnasium zu erhalten. Das Kultusministerium hat festgelegt, dass der Schnitt von 3,0 als Zugangsvoraussetzung ausreicht.
Die Bildungsgewerkschaft kritisiert die grundsätzliche Ausstattung der Beruflichen Schulen, die seit Jahren ein sogenanntes "strukturelles Unterrichtsdefizit" haben. Das heißt, sie bekommen schon zu Schuljahresbeginn zu wenige Lehrer/innen zugewiesen, sodass auch ohne Krankheitsfälle Unterricht ausfällt. Im Schuljahr 2009/10 wurden aufgrund fehlender Stellen 18.721 Lehrerwochenstunden nicht unterrichtet, das ist 4,5 Prozent des gesamten Unterrichts. Zusätzlich haben die Lehrer/innen an den Beruflichen Schulen fast 20.000 Überstunden geleistet, um die Schüler/innen nicht so oft nach Hause schicken zu müssen.
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