Kultusministerium und vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V präsentieren Leitfaden zur "Ganztagshauptschule in Bayern"

Mit Ablauf des Schuljahres 2004/05 findet das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt "Rhythmisierte Ganztagshauptschule" seinen Abschluss. Im Rahmen einer Fachveranstaltung wurde heute der Leitfaden präsentiert, der die Ergebnisse des Projekts zusammenfasst. "Zusammen mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft haben wir die ganz auf Schulen und Schüler zugeschnittenen Ganztagsschul-Konzepte umgesetzt. Die überzeugenden Ergebnisse des Projekts werden insbesondere den Ganztagsklassen an Hauptschulen zugute kommen", sagte Kultusminister Siegfried Schneider anlässlich der Vorstellung des Leitfadens.

21.07.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
  • © Rolf Poss

"Das Projekt soll helfen, neue Wege der pädagogischen Förderung und Wissensvermittlung zu beschreiten, um die Zahl der Schüler ohne Schulabschluss zu reduzieren", betonte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw ? Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Die Bayerische Wirtschaft vermittelt ihr Know-how durch Betriebspraktiker, die mit eigenen Lehraufträgen den Unterricht bereichern. "Unser Anliegen ist es, die betriebliche Praxis in die Schulen hineinzutragen und den Schülern damit die Berufsorientierung zu erleichtern", so Brossardt weiter.

In der Kooperation zwischen dem bayerischen Kultusministerium und der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft starteten im September 2002 sieben ausgewählte Projektschulen mit der Einrichtung von Ganztagsklassen. Das gemeinsame Modellprojekt soll helfen, durch Management-Methoden die pädagogische Förderung inhaltlich und sachlich zu verbessern. Die Ergebnisse des Projekts übertreffen die Erwartungen:

  • Die Noten der Schüler werden spürbar besser.
  • Das soziale Klima in den Klassen hat sich verbessert.
  • Das Modell bietet mehr Spielraum für Lehr- und Lernmethoden und damit für ein entspannteres Lernen und Arbeiten.
  • Die Ganztagsschule entspricht den Erwartungen der Eltern.

Die Ganztagshauptschule erleichtert die Verwirklichung einer Schulform, die für Schüler nicht nur Lern-, sondern auch Lebensraum ist. Ihr Anliegen ist es, ihre Zielgruppen, benachteiligte bzw. besonders begabte Kinder und Jugendliche, im Unterricht intensiver zu fördern sowie Basiskompetenzen im Hinblick auf das spätere Berufs- und Arbeitsleben auszuweiten.

Kern aller Konzepte ist ein rhythmisierter Tagesablauf:

  • Der Pflichtunterricht verteilt sich gleichmäßig auf den gesamten Schultag.
  • Unterrichtsfächer, Übungs- und Vertiefungseinheiten und Phasen der Entspannung wechseln sich ab.
  • Der 45-Minuten-Rhythmus wird gelockert bzw. aufgehoben.
  • Jede Klasse erhält 19 zusätzliche Lehrstunden.

Mit Unterstützung der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft wurden zudem die Lehrkräfte durch Qualifizierungsangebote kompetent beraten, um den Anforderungen in den Ganztagsklassen gut begegnen zu können.

Am Ende der Veranstaltung, bei der die Schulen ihre Projekte präsentierten, übergab Brossardt den Leitfaden "Die Ganztagshauptschule in Bayern". Er dokumentiert die gewonnenen Erfahrungen und gibt konkrete Hilfestellungen für Ganztagsklassen. Kultusminister Schneider: "Bayern bietet 38 Hauptschulen mit Ganztagsklassen an, 12 weitere werden im kommenden Schuljahr folgen. Weitere 330 Hauptschulen haben Ganztagesangebote - für alle diese Schulen bietet die Broschüre hilfreiche Informationen."

Hinweis an die Redaktionen: Bilder von der Veranstaltung können auf der Homepage des Kultusministeriums heruntergeladen werden: www.km.bayern.de > Presse > Fotoarchiv.

Die Schulen und ihre Projekte im Einzelnen:

Pauline-Thoma-Hauptschule Kolbermoor

  • Praxistage "Elektrotechnik und Mechanik" in Zusammenarbeit mit der KATHREIN KG Rosenheim
  • EDV-Schulungen in Zusammenarbeit u. a. mit der gfi Rosenheim

Max-Hundt-Volksschule Kulmbach

  • Umgang und Einsatz mit neuen Medien in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern
  • Museumspädagogik im geschichtlichen Bereich

Hauptschule St. Nikola Landshut

  • "Selbstfindung und Selbststärkung - Voraussetzung für eine erfolgreiche (berufliche) Zukunft"
  • Streitschlichterprogramm
  • Schülerfirma "Marketing und Public Relations"

Lindenschule Memmingen

  • Erlebnispädagogische Projekte zur Förderung der ausbildungs- und berufsbezogenen Sozialkompetenz
  • Geschichtsprojekt "So war es im Mittelalter"

Volksschule Insel Schütt Nürnberg

  • "Werkstattwochen" in den Bereichen Metall, Elektro, Kunststoff
  • Museumspädagogik im geschichtlichen Bereich
  • "Ameisenprojekt" mit Bau eines Terrariums mit elektronischer Steuerung

Albert-Schweitzer-Volksschule Schweinfurt

  • "Jonglieren" - Lehrauftrag an ausgebildete Artistin
  • Kooperationsprojekt mit der Firma FAG Kugelfischer (Metall- und Kunststoffbearbeitung)
  • Film-AG

Krötensee-Volksschule Sulzbach-Rosenberg

  • Schülerfirma "Fahrradreparaturwerkstatt"
  • "Berufliche Orientierung" in Zusammenarbeit mit der Jugendbildungsstätte Waldmünchen
  • Elektrowerkstatt
  • Schülerbücherei als Schülerfirma

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