Replik

Kultusministerium weist Kritik an Oberstufenverordnung zurück

Das Niedersächsische Kultusministerium weist die Kritik des Philologenverbandes an der neuen Entwurfsfassung der Verordnung über die gymnasiale Oberstufe in aller Form zurück.

09.03.2016 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium
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"Es gibt einen fundierten, modernen und innovativen Verordnungsentwurf für die Oberstufe der Zukunft. Hier wird Bewährtes bewahrt und Neues als Möglichkeit eingeräumt. Der Entwurf sichert die hohe Qualität des niedersächsischen Abiturs und garantiert die Einhaltung der Bildungsstandards", so ein Sprecher des Niedersächsischen Kultusministeriums.

Form und Inhalt der heutigen Verlautbarung seien kein Beitrag zur sachgemäßen Auseinandersetzung über die Arbeit in der Oberstufe. Auch wenn sich der Philologenverband auf politische Oppositionsrhetorik beschränke, bleibe das Kultusministerium aber sachlich, erklärt der Sprecher. "Leider werden falsche Tatsachen in den Raum gestellt, wie die angebliche Kürzung in den MINT-Fächern im Sekundarbereich I oder das angebliche Ziel, die Anforderungen herabzusetzen. Das entbehrt jedweder Grundlage." Dennoch sei das Ministerium immer gesprächsbereit und nehme weitere Hinweise der Verbände im Rahmen der Anhörung selbstverständlich entgegen. Dies gelte auch für die Versetzung in die Qualifikationsphase und die Bewertungen in 12 Fächern. Sollten in dieser Frage die Rückmeldungen in der erneuten Anhörung überwiegend kritisch sein, wäre der Vorschlag noch einmal zu prüfen.

Insbesondere sei die Kritik des Philologenverbandes an der Rolle der zweiten Fremdsprache in der Oberstufe "im Ton maßlos und in der Sache nicht nachvollziehbar", so der Sprecher. Grundsätzlich bleibe die zweite Fremdsprache verbindlich, die Abweichung müsse ausdrücklich vom Schulvorstand beschlossen werden. "Das Kultusministerium hat Vertrauen in die Schulleitungen, die Lehrkräfte, die Elternvertretungen sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Schülerinnen und Schüler, sachgerechte Entscheidungen zu treffen. Die Schule bleibt verpflichtet, die zweite Fremdsprache anzubieten. Das alternative Wahlpflichtangebot bietet Schülerinnen und Schülern aber die Möglichkeit, sich auf eine Schwerpunktbildung in der Qualifikationsphase vorzubereiten. Es bleibt völlig unklar, warum die Schulen mit dieser Möglichkeit aus der Sicht des Philologenverbandes `Bildungsabbau` betreiben sollten".

Auch die Ablehnung einer Präsentationsprüfung im 5. Abiturprüfungsfach kann nicht nachvollzogen werden, da sie in mehreren Bundesländern, z. B. in Baden-Württemberg, bereits Standard ist. "Wir halten eine solche Prüfungsmöglichkeit für einen sehr zeitgemäßen Schritt. Die Schülerinnen und Schüler müssen die Präsentation ausarbeiten und dem Fachprüfungsausschuss vorstellen und gut begründen. Eine solche Arbeitsleistung fördert das selbständige Arbeiten von Schülerinnen und Schülern und das intensive Durchdringen von Sachverhalten."

"Die unkonstruktive Haltung des Philologenverbandes ist bedauerlich, insbesondere, da dieser in den Dialogprozess für den neuen neunjährigen Bildungsgang an den niedersächsischen Gymnasien intensiv eingebunden war", so das Fazit des Sprechers.


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