Kultusstaatssekretär Eberhardt kündigt Weiterentwicklung der Thüringer Lehrpläne an:

Nach dem am vergangenen Wochenende zu Ende gegangenen Lehrplan-Forum des Thüringer Institutes für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) kündigt Thüringens Kultusstaatssekretär Kjell Eberhardt (CDU) die Weiterentwicklung der Thüringer Lehrpläne an allgemein bildenden Schulen an: "Thüringen hat mit der Einführung der neuen Lehrpläne nach dem Kompetenzmodell im Jahr 1999 und nach PISA 2000 vielfältige Maßnahmen ergriffen, um die Kompetenz der Schüler im Freistaat zu stärken und zu verbessern. Mit der Einführung der nationalen Bildungsstandards müssen die Thüringer Lehrpläne überprüft und weiterentwickelt werden. Dabei hat der Freistaat gute Ausgangsbedingungen, denn die 1999 eingeführten Lehrpläne bieten eine solide Grundlage, auf der aufgebaut werden kann. Wir müssen nicht neu schreiben, sondern weiterentwickeln. Dabei muss die Wirkungsqualität stärker in den Mittelpunkt rücken."

15.05.2006 Thüringen Pressemeldung Thüringer Kultusministerium

In einer ersten Phase der Überarbeitung der Lehrpläne für die allgemein bildenden Schulen werden zunächst Leitlinien formuliert. Diese wurden am Wochenende beim Lehrplan-Forum des ThILLM erstmals vorgestellt und diskutiert. Noch in diesem Jahr beginnt die Überarbeitung der Lehrpläne in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik für Regelschule und Gymnasien, ab 2007 folgen dann die Lehrpläne für weitere Fächer und Schularten. Der gesamte Prozess wird voraussichtlich 2012 abgeschlossen sein. Die Überarbeitung erfolgt in Lehrplankommissionen am ThILLM in enger Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium und unter Einbeziehung von Wissenschaftlern.

Die jetzt gültigen Lehrpläne sichern eine gemeinsame Grundbildung. Fachliche Ziele und Inhalte werden von einem ganzheitlichen Kompetenzmodell aus bestimmt und beschrieben. Dieses ist auf die Entwicklung von Lernkompetenz fokussiert. Die Lehrpläne beschreiben Standards und ermöglichen Gestaltungsfreiräume. Sie zielen auf die Befähigung der Schülerinnen und Schüler zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Kernproblemen. Die Lehrpläne fördern fächerübergreifendes Arbeiten in der Schule und spiegeln das Profil der jeweiligen Schulart wider. "Die jetzt gültigen Lehrpläne wurden im August 1999 in Kraft gesetzt. Sie haben bis heute das Bild der Thüringer Schule maßgeblich bestimmt und haben zum guten Abschneiden der Thüringens im nationalen Vergleich bei PISA-E 2000 und 2003 beigetragen", so Staatssekretär Eberhardt abschließend.

Die Lehrplanentwicklung in Thüringen begann mit der Herausgabe Vorläufiger Lehrplanhinweise 1991 und Vorläufiger Lehrpläne 1993. Der Zeitraum von 1994 bis 1996 stand im Zeichen konzeptioneller Arbeit und einer breit angelegten Evaluation der Vorläufigen Lehrpläne für die Grundschule, die Regelschule und das Gymnasium. Die weiterentwickelten Lehrpläne werden einem Bildungs-begriff folgen, der das Ziel der Lernkompetenzentwicklung in sich aufhebt und mit dem zu erarbeitenden "Thüringer Bildungsplan bis 10 Jahre" übereinstimmt. Beide Steuerungselemente folgen so ein und demselben bildungstheoretischen Ansatz. Weitere Aspekte wie Standardorientierung am Ende von Doppeljahrgangsstufen, Verantwortung für individuelle Bildungsgänge sowie Konsequenzen aus dem Projekt "Eigenverantwortliche Schule" werden einfließen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden