Landesabitur und Bildungsstandards sichern die Qualität des Abiturs bei allen gymnasialen Angeboten
Neben dem durchgängigen Gymnasium, das seine Schülerinnen und Schüler von der Jahrgangsstufe 5 bis zum Abitur führt, haben sich in den letzten Jahrzehnten auch darüber hinaus gymnasiale Angebote entwickelt. So gibt es in Hessen berufliche Gymnasien, Mittelstufengymnasien, Oberstufengymnasien, den gymnasialen Bildungsgang der kooperativen Gesamtschule*, das integrierte Angebot der schulformübergreifenden Gesamtschule* sowie Abendgymnasien und Hessenkollegs. Inzwischen hätten Eltern für ihre Kinder auch die Wahlmöglichkeit zwischen der verkürzten Gymnasialzeit G8 an den Gymnasien und den Angeboten, die KGSen mit G8 oder G9 sowie die IGSen in integrierter Form mit sechs Jahren bis zum Eintritt in die gymnasiale Oberstufe machen.
29.09.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen"Diese Vielfalt ist nicht zufällig entstanden. Sie ist eine Antwort auf die unterschiedlichen Lebens- und Bildungswege von Schülerinnen und Schülern, mit denen diese heute Abitur machen können – und sollen. Unser Standort braucht im Rahmen eines globaler werdenden Arbeitsmarktes und immer stärker internationaler geprägten Wirtschaftsbeziehungen Abiturienten. Entscheidend ist, dass am Ende dieser unterschiedlichen Wege ein qualitätsgesichertes Abitur steht", stellte Staatsminister Jürgen Banzer anlässlich des heute in Grünberg stattfindenden Gymnasialtages des Hessischen Philologenverbandes fest. Das durch die Landesregierung vor zwei Jahren eingeführte Landesabitur und die demnächst bundesweit einzuführenden Bildungsstandards für die Oberstufe gewährleisteten die gleichen Anforderungen für alle Abiturprüfungen. "Am Ende der gymnasialen Schulzeit – ganz gleich welcher Ausprägung – steht die Hochschulreife als Leistungsnachweis eines erfolgreich absolvierten gymnasialen Bildungsweges. Und eines möchte ich betonen, auch, wenn sich nach dem Abitur nicht jeder für ein Studium entscheidet, muss das Abitur im Grundsatz ein Ausweis über die allgemeine Hochschulreife, die an der Schule entwickelte Studierfähigkeit sein und bleiben", führte Staatsminister Jürgen Banzer aus. Dem Philologenverband sprach der Minister seine Anerkennung für die engagierte Begleitung der Entwicklung von Schule aus.
"Sie haben viel dafür getan, dass das gymnasiale Angebot in seiner Vielfalt von hoher Qualität bleibt. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass wir den offenen Dialog, den wir in den letzten Monaten begonnen haben, weiterhin pflegen", so Staatsminister Jürgen Banzer. Dabei müsse nicht immer Konsens erzielt werden, entscheidend sei, dass man im Gespräch bleibe, um möglichst gemeinsam neue Wege für Hessens Schulen entwickeln zu können. Dazu gehöre auch, dass man sich der Verkürzung der Gymnasialzeit als einer bundesweiten Entwicklung und eines internationalen Ausbildungsstandards nicht verschließen solle. "Es war auch mit neun Jahren bis zum Abitur nicht möglich, Schülerinnen und Schülern das gesamte, sich exponentiell entwickelnde Wissen aller Fachbereiche zu vermitteln. Umso wichtiger ist es, dass die Kinder und Jugendlichen in ihrer Schulzeit dazu befähigt werden, diese rasante Zunahme an Wissensständen für ihre Ausbildung, ihr Studium und ihre Weiterbildung zu nutzen. Dafür möchte ich ausdrücklich werben. Wenn wir Schule wirklich weiter denken und weiter entwickeln wollen, müssen wir auch bereit sein, bisherige Positionen zu hinterfragen", stellte der Staatsminister fest.
*Kooperative Gesamtschule: KGS, Integrierte Gesamtschule: IGS
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