LARS - Die virtuelle Schule für Kinder auf Reisen

Etwa 10.000 Kinder in Deutschland wechseln jede Woche die Schule, weil ihre Eltern als beruflich Reisende unterwegs sind: als Artisten im Zirkus oder als Schausteller beispielsweise, als reisende Handwerker oder als Binnenschiffer. Die Familien sind kleine Unternehmen, in denen die Kinder oft schon früh mit anpacken müssen. Im Regierungsbezirk Detmold in Nordrhein-Westfalen gibt es für die mobilen Schüler ein besonderes Bildungsangebot: die Lernen auf Reisen-Schule, kurz LARS. Im Rahmen eines Pilotprojektes stellt der Ernst Klett Verlag für LARS Lernmodule zur Verfügung, die sich speziell für das selbstständige Lernen von jedem Standort aus eignen.

17.02.2006 Pressemeldung Ernst Klett Verlag GmbH

Beim Tierefüttern, Kartenabreißen und Süßigkeitenverkaufen übernehmen die Kinder schon früh erste berufliche Verantwortungen und werden schnell zu Autodidakten. Diese Selbstständigkeit kommt den Kindern bei LARS zugute: Mit individuellen Förderplänen und virtueller Verbindung zum Lehrer lernen die Kinder ihren Schulstoff auf eigene Faust und können später einen Schulabschluss machen, obwohl sie manchmal weniger als die Hälfte der Unterrichtszeit in der Schule verbringen. Für solche besonderen Lernsituationen bietet das Internet ideale Möglichkeiten: Mit Lernmodulen, die für das selbstständige Lernen zugeschnitten sind, können sich die Schüler die Lerninhalte selbst erarbeiten und üben. Sie können virtuelle Lerngruppen mit Mitschülern bilden und den Lernerfolg überprüfen. Da der Lehrer die Lernwege und Leistungsprofile einsehen kann, kann er jeden Schüler auch aus der Ferne seinen Stärken und Schwächen entsprechend fördern. Der besondere Vorteil ist, dass der Lernprozess zeit- und ortsunabhängig ist, so dass trotz der vielen Ortswechsel ein kontinuierlicher und strukturierter Lernprozess möglich ist.

LARS ist ein Pilotprojekt, das die Bezirksregierung Detmold (NRW) gemeinsam mit dem Heinz Nixdorf-Forum in Paderborn für die reisenden Schüler entwickelt hat und das mit Schülern, die im Regierungsbezirk Detmold (Ostwestfalen-Lippe) ihren Wohnsitz haben, erprobt wird. Acht Schüler der Klassenstufen sechs und sieben werden im Rahmen des Projektes während der Reisezeit von März bis November 2006 auf Ihren Reisen durch ganz Deutschland begleitet und betreut. Die Kinder sind via Internet sowohl mit ihrer sie begleitenden Bereichslehrslehrkraft, mit der Stammschule, wo die Kinder während des Winterquartiers die Schule besuchen und den Lehrern der Stützpunktschulen des jeweiligen Landkreises in dem sich der Schüler gerade befindet, im Kontakt. Die beteiligten Lehrer können sich auf einer Internetplattform über den Lernstand der beteiligten Schüler informieren und sich mit anderen Lehrern über Erfahrungen mit dem mobilen Lernen austauschen.

Der Ernst Klett Verlag hat speziell für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf internetgestützte Unterstützungsangebote erstellt: Mit "Testen, Üben, Fördern" arbeiten die Kinder gezielt ihre Lerndefizite in den Fächern Deutsch und Mathematik auf und haben so die Chance dem weiteren Unterricht ohne Schwierigkeiten zu folgen. Diese Materialien stehen nun auch der Pilotgruppe im Projekt LARS zur Verfügung. Mit dem Klett-Angebot von "Testen Üben Fördern" werden in den Fächern Deutsch und Mathematik vor allem die Basiskompetenzen auf breiter Ebene verbessert. In Zusammenarbeit mit der Universität Paderborn soll das Projekt in technischer und didaktischer Hinsicht evaluiert werden.

Als einer der führenden Schulbuchanbieter im deutschsprachigen Raum erstellt der Ernst Klett Verlag bereits seit 1998 internetbasierte Lernkonzepte im Auftrag von Ministerien auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene. Als Ergänzung zum Präsenzunterricht haben sich elektronische Medien in den letzten Jahren bereits in einigen Schulen etabliert. Im Rahmen von zahlreichen Pilotprojekten zeigen die webbasierten Lernmedien großen Erfolg: Vor allem für die individuelle Förderung der Schüler sind internetgestützte Lernmedien ideal, weil sie dem Lehrer ermöglichen, in Selbstlernphasen gezielt auf Stärken und Schwächen der Schüler einzugehen. In der Diskussion um Ganztagsschulen gewinnt dieser Produktbereich eine neue Dimension: Wenn Schüler mehr Zeit in der Schule verbringen, wird es vermehrt Selbstlernphasen als Ergänzung zum normalen Unterricht geben. Dafür müssen neue Konzepte entwickelt und etabliert werden. "Es ist abzusehen, dass sich der Markt für elektronische Medien in Schulen weiter entwickeln wird. Die Herausforderung wird darin bestehen, das Angebot von internetbasierten Medien mit hohem didaktischem Qualitätsanspruch weiter auszubauen und auf die spezifischen Bedürfnisse der Schularten und Klassenstufen sowie auf die unterschiedlichen Anforderungen in den Bundesländern zuzuschneiden. Um Schulen auch bei der Schaffung der technischen Infrastruktur zu unterstützen, müssen weitere Service-Angebote entwickelt werden, die modular und flexibel genutzt werden können.", sagt Hartmut Wick, Leiter des Referates für elektronische Medienentwicklung im Ernst Klett Verlag.

Weitere Informationen und Bildmaterial zum Download finden Sie unter www.klett-pressebox.de.

Der Ernst Klett Verlag auf der didacta 2006: Halle 17, A 10. Das Presseteam des Ernst Klett Verlags freut sich auf Ihren Besuch und steht Ihnen dort gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.

Ansprechpartner

Ernst Klett Verlag GmbH
Anja Vrachliotis
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Rotebühlstraße 77
70178 Stuttgart
Telefon: +49 711 6672-1166
Fax: +49 711 6672-2010
E-Mail: pr@klett.de
Web: www.klett.de/


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