Baden-Württemberg

Lehrermangel an Gymnasien verschärft sich

Die Bildungsgewerkschaft GEW warnt vor einer Verschärfung des Lehrermangels an den Gymnasien in Baden-Württemberg. "Ab September werden zur Vorbereitung des Doppel-Abis 2012 mehr Lehrerinnen und Lehrer in der Oberstufe gebraucht. Viele Schulen melden schon jetzt, dass sie nicht wissen, wie sie vor allem den Unterricht in Fächern wie Mathematik und Physik abdecken sollen", sagte am Sonntag (02.05.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). In der GEW sind mehrere tausend Gymnasiallehrer/innen organisiert.

02.05.2010 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Für die 75.000 Gymnasiasten, die 2012 im Doppeljahrgang aus G8- und G9-Schüler/innen ihre Hochschulreife erreichen wollen, gibt es zwar zusätzliche Lehrerstellen. Die GEW geht aber davon aus, dass trotz der 9 Millionen Euro für 185 Stellen in allen Gymnasialklassen der Unterrichtsausfall zunehmen wird. "Damit das Abitur möglichst reibungslos abläuft, wird in anderen Klassen Unterricht ausfallen müssen. Und wenn es auf dem Arbeitsmarkt für bestimmte Fächer keine Fachlehrerinnen und –lehrer gibt, wird das trotz der zusätzlichen Stellen zu Ausfällen führen", sagte Moritz.

Die GEW geht davon aus, dass sich auch unabhängig vom Doppel-Abi der Lehrermangel im Südwesten verschärfen wird. Die Bildungsgewerkschaft macht sich auch für eine bessere Bezahlung junger Lehrer/innen stark. "Warum wird ausgerechnet das Gehalt der jungen Lehrerinnen und Lehrer abgesenkt? Für viele ist ein Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft attraktiver als am Lehrerpult. Der Lehrermangel wird sich weiter verschärfen, wenn die Landesregierung nicht die Gehaltskürzungen bei den Junglehrern zurücknimmt", sagte Moritz. Alle Lehrer/innen in Baden-Württemberg bekommen derzeit in den ersten drei Berufsjahren vier Prozent von ihrem Gehalt abgezogen.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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