Erlass

GEW SH fordert weniger Prüfungen und mehr Zeit für Förderung

Gestern (28.07.2025) – am ersten Tag der Sommerferien – verkündete das Bildungsministerium den neuen Erlass für Leistungsnachweise in der Primarstufe und macht damit den Grundschulen in Schleswig-Holstein das Leben unnötig schwer.

29.07.2025 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein
  • Grundschüler sitzen an Tischen in einem Klassenraum und schreiben auf einem Blatt Papier. © Adobe Stock Die Forderung der GEW Schleswig-Holstein: Maximal jeweils 8 Klassenarbeiten in Deutsch und Mathematik, verteilt auf die Jahrgangsstufen 3 und 4.

Die GEW und viele Grundschullehrkräfte hatten gefordert, die Anzahl von Klassenarbeiten in der Grundschule zu kürzen. Mit dem neuen Erlass bleibt das Ministerium aber bei der bisher viel zu hohen Zahl an Leistungsnachweisen und schreibt dies auch noch bis 2030 fest. „Im dritten und vierten Schuljahr müssen Grundschüler:innen weiterhin 20 Leistungsnachweise in Deutsch und 14 in Mathematik ableisten. Das ist einfach zu viel und setzt die Kinder unter massiven Leistungsdruck. Wenn das Bildungsministerium nach Entlastung sowohl für Schüler:innen als auch für Lehrkräfte sucht, hätte es hier eine gute Stellschraube gehabt. Setzen, sechs!“ – stellte Franziska Hense, die Co-Landesvorsitzende der GEW Schleswig-Holstein fest.

Durch den Erlass kämen darüber hinaus mit neuen diagnostischen Instrumenten noch mehr schriftliche Tests auf die Lehrkräfte und Kinder zu.  „Teaching to the test ist bei dieser Menge an Leistungsnachweisen keine Ausnahme, sondern Alltag in Grundschulen. Die Kompetenzen der Schüler*innen erweitern sich aber nicht beim Schreiben von Tests oder Klassenarbeiten.“ Statt noch mehr Tests und Diagnostik, bräuchten die Lehrkräfte an den Grundschulen dringend mehr Zeit für die individuelle Förderung der Schüler*innen, so Hense.

Der Erlass legt die Anzahl und die Durchführung von Leistungsnachweisen (darunter vor allem Klassenarbeiten) in den jeweiligen Klassenstufen fest. Nachdem im letzten Jahr der Erlass für die Sekundarstufe I erfolgreich überarbeitet und die Anzahl der Leistungsnachweise deutlich reduziert wurde, forderten GEW und viele Grundschullehrkräfte auch eine Reduzierung für die Grundschulen.

Die Forderung der GEW Schleswig-Holstein: Maximal jeweils 8 Klassenarbeiten in Deutsch und Mathematik, verteilt auf die Jahrgangsstufen 3 und 4.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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