Nordrhein-Westfalen

Lob und Anerkennung für die Schulverständigung in NRW!

Ausdrücklich begrüßt der nordrhein-westfälische Philologen-Verband die Verständi­gung zwischen SPD, CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Schulstrukturfrage. "Ein ehrlicher, tragfähiger Kompromiss wurde erzielt. Die Handschrift aller Beteiligten ist erkennbar. Die Gewinner sind eindeutig die Schülerinnen und Schüler!", wertet Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes, das Ergebnis.

19.07.2011 Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)

Der Konsens ist bundesweit einmalig und eröffnet die Chance, einen jahrzehntelan­gen ideologischen Streit um den Vorrang einer gegliederten oder einer integrierten Schulstruktur zu beenden. Künftig wird es neben Hauptschulen, Realschulen, Ge­samtschulen und Gymnasien auch eine Sekundarschule geben, die die Schulformen der Gemeinschaftsschule und der Verbundschule ablöst. Die Sekundarschule ist bis zur 10. Klasse konzipiert, soll mindestens 3-zügig sein und Klassengrößen von 25 Schülerinnen und Schülern besitzen.

Die vorgesehene Formulierung in der Landesverfassung bekennt sich zu einem viel­fältigen, gegliederten Schulwesen und benennt daneben ebenso integrative Schul­formen. Damit ist de facto für nachgefragte, stabile Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien eine Bestandsgarantie ausgesprochen.

Den Eltern vermittelt der Schulkonsens größere Klarheit. Ein Wettlauf zwischen den Kommunen wird verhindert. Eine Zersplitterung der Schulstruktur wurde im Rahmen des Möglichen eingegrenzt; eine Verwischung von Schulprofilen zurückgedrängt. Die Gymnasien sind mit einem achtjährigen Bildungsgang aus einem Guss gesichert; als integrative Schulform besitzen nur die Gesamtschulen eine gymnasiale Oberstufe.

Der PhV lobt die Verhandlungsführer. Es ist "gut, dass sie realistische Konturen für die Sekundarschule formuliert haben", so Peter Silbernagel. Die Lehrpläne sollen bei­spielsweise auf denen der Realschule und der Gesamtschule fußen. Die 2. Fremd­sprache soll nur fakultativ gewählt werden können. Damit entfällt die vordergründig platte Werbung mit "gymnasialen Standards". In einem Stufenplan sollen auch die anderen Schulformen kleinere Klassen erhalten.

"Unverkennbar ist der Wille der Verantwortlichen, die Schulstruktur nach pragmati­schen Gesichtspunkten weiter zu entwickeln. Die ´Schule für alle` wurde ebenso aufgegeben wie gleichermaßen die ´Verankerung der Hauptschule in der Landes­verfas­sung. Einen Exklusivanspruch gibt es weder für ein ausschließlich gegliedertes, diffe­renziertes noch für ein vereinheitlichendes, integratives Schulwesen. Fazit: Der Schulkonsens wird gewiss nicht das Ringen um die besseren und besten pädagogi­schen Ideen und Konzepte beenden, aber er ist ein beachtliches Signal für eine wirk­lich gute Schulkultur", so Peter Silbernagel.


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