Mangelnde Chancengleichheit:
"Auch in Schleswig-Holstein ist die fehlende Chancengleichheit für Kinder bildungsferner Schichten "ein beschämender Befund", wie es der Bundespräsident gestern bei seiner Berliner Rede so treffend ausdrückte.
22.09.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinWenn von einer Grundschule im Kieler Stadtteil Gaarden nach der vierten Klasse gerade einmal zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler auf ein Gymnasium wechseln, während es von einer Schule im vornehmen Stadtteil Düsternbrook mehr als 60 Prozent sind, kann von gleichen Bildungschancen wahrhaftig keine Rede sein", sagte der kommissarische GEW-Landesvorsitzende Jan Nissen am Freitag, 22.9.06, in Kiel.
An die Große Koalition in Kiel appellierte er, sich im Koalitionsausschuss am Sonn-tag wenigstens auf die Einführung der Gemeinschaftsschule "als kleinen Beitrag zu mehr Chancengleichheit" zu verständigen: "Schleswig-Holstein braucht mehr Lehrstellen, mehr Jugendliche mit Berufsabschlüssen, mehr Abiturienten und mehr Aka-demiker, sonst wird es im internationalen Vergleich abgehängt. Statt kleinkariert dar-über zu streiten, wie ein Schulsystem aus dem 19. Jahrhundert in Nuancen verbessert werden kann, sollten sich die Landespolitikerinnen und -politiker für ein Bildungssystem mit mehr Chancengleichheit einsetzen, das unsere Kinder und Jugend-lichen auf die Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts vorbereitet.
Allen Politikerinnen und Politikern sollte jedoch auch klar sein, so der GEW-Landesvorsitzende, dass mit Veränderungen im Bildungssystem höhere Bildungsausgaben einher gehen müssen.
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