Vielfalt

Mehr Diversität gleich mehr Toleranz im Klassenzimmer?

Eine Studie des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“ an der Universität Konstanz untersucht, ob diverse Klassenzimmer zu mehr Toleranz unter den Schüler:innen führen. Das gilt, wie sich gezeigt hat, nicht für alle Konstellationen.

22.10.2024 Bundesweit Pressemeldung Universität Konstanz
  • Schüler:innen einer weiterführenden Schule sitzen im Unterricht. © www.pexels.com

Wie schauen Schüler:innen auf ethnisch-kulturelle Vielfalt? Führt das gemeinsame Lernen in einem diversen Klassenzimmer automatisch zu mehr Toleranz und zu einem Abbau von Vorurteilen bei deutschen Schüler:innen? Diesen Fragen ging Christina Felfe de Ormeño, Professorin für Angewandte Mikroökonomie an der Universität Konstanz, in einem Experiment nach. Dazu erforschte sie die Kooperationsbereitschaft zwischen einheimischen Schüler:innen und Schüler:innen mit Migrationshintergrund. Über die Ergebnisse berichtet sie in der neuesten Ausgabe des In_equality magazins.

Ihre Untersuchung zeigt, dass die Zusammensetzung der Klassen eine entscheidende Rolle spielt: Gab es zwei annähernd gleich große Gruppen, führte dies zu einem höheren "In-Group Bias" unter den einheimischen Schüler:innen ­– sie wollten also eher mit anderen einheimischen Schüler:innen zusammenarbeiten. In Klassenzimmern, in denen es Schüler:innen mit vielen unterschiedlichen ethnisch-kulturellen Herkünften gibt, ist ein solcher Trend unwahrscheinlicher. „Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Kooperation und Zusammenhalt im modernen Bildungswesen aktiv zu fördern. Diversität ist kein Selbstläufer“, so Christina Felfe de Ormeño. Auch bei der Verteilung von Geflüchteten auf verschiedene Regionen sollten diese Effekte bedacht werden.

Faktenübersicht

  • Originalpublikation: In_klusion & Diversität. In_equality magazin Nr. 7. Exzellenzcluster “The Politics of Inequality”, 2024. Das In_equality magazin ist das zweimal jährlich erscheinende Forschungsmagazin des Exzellenzclusters.
  • Christina Felfe de Ormeño erforschte an 57 deutschen Schulen die Kooperationsbereitschaft zwischen einheimischen Schüler:innen und Schüler:innen mit Migrationshintergrund. Sie ist Professorin für Angewandte Mikroökonomie an der Universität Konstanz und Principal Investigator am Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“.
  • Der Exzellenzcluster „The Politics of Inequality” an der Universität Konstanz erforscht aus interdisziplinärer Perspektive die politischen Ursachen und Folgen von Ungleich­heit. Die Forschung widmet sich einigen der drängendsten Themen unserer Zeit: Zu­gang zu und Verteilung von (ökonomischen) Ressourcen, der weltweite Aufstieg von Populist:innen, Klimawandel und ungerecht verteilte Bildungschancen.

Ansprechpartner

Universität Konstanz

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