Mehr Selbstständigkeit durch weniger Bürokratie

Im Bildungsministerium sind bis zum heutigen Tag aus 84 Schulen Vorschläge zur Erleichterung des Schulalltags eingegangen. Minister Henry Tesch hatte im November in einem Schreiben alle Leiterinnen und Leiter der staatlichen Schulen und der Schulämter aufgerufen, gemeinsam mit ihren Kollginnen und Kollegen Erlasse und Verordnungen zu benennen, die den Schulalltag erschweren, überholt sind oder übermäßigen bürokratischen Aufwand verursachen.

20.02.2007 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern

Insgesamt sind dazu rund 50 Themen mit unterschiedlicher Dringlichkeit benannt worden. Am häufigsten wurde der hohe Aufwand für Statistiken erwähnt, die derzeit für das Schulberichtssystem erhoben werden müssen. Sie seien sehr zeitaufwendig und technisch nicht ausgereift, hieß es aus vielen Schulen.

Außerdem wünschen sich die Schulen mehr Befugnisse bei der Lösung pädagogischer, finanzieller und personeller Probleme.

Weitere Anregungen sind z.B.:

  • Übergangsprüfung für die gymnasiale Oberstufe in der 10. Klasse abschaffen
  • Anmeldeverfahren für die Schülerinnen und Schüler vereinfachen
  • Lernentwicklungsberichte nur zum Endjahreszeugnis erstellen
  • Entscheidung über Praktikumsbetriebe durch Schulleiter ermöglichen
  • Bewerbungsverfahren für den Einsatz von Lehrkräften beschleunigen
  • Fortbildungsangebote erweitern und bedarfsgerechter gestalten

Bildungsminister Tesch: "Wir nehmen die Anregungen sehr ernst. Schließlich geht es darum, den Schulalltag zu erleichtern, damit sich alle Lehrkräfte ganz auf ihren Erziehungsauftrag konzentrieren können und optimal mit Eltern, Schulträgern und Partnern in der Region dafür zusammen arbeiten können."

Die Vorschläge und Hinweise werden derzeit in der Schulabteilung überprüft.

Erste Veränderungen sind bereits in die Wege geleitet:

So wurde bereits im Dezember die Schulpflichtverordnung dahingehend geändert, dass die Anmeldefrist für die Orientierungssstufe um einen Monat vorgezogen und auf Ende Februar festgelegt wurde, um so Eltern und Schulen mehr Planungssicherheit zu geben.

Nach Abschluss der Anhörungen werden voraussichtlich im April per Erlass die Schulämter künftig wichtige Personalentscheidungen wie die Benennung von Schulleitern selbst treffen können.

In Arbeit ist das Gesetzgebungsverfahren für die Abschaffung der Übergangsprüfung für die gymnasiale Oberstufe in der 10. Klasse. Ziel ist es, damit die Schülerinnen und Schüler ab dem Schuljahr 2007/08 zu entlasten.

Geprüft wird derzeit die Einführung von Kopfnoten ab dem Schuljahr 2007/08, damit einher geht auch die Überprüfung des Umgangs mit Lernentwicklungsberichten.

Außerdem wird im Ministerium nach Möglichkeiten gesucht, Vertretungsunterricht künftig besser organisieren zu können, um auf Unterrrichtsausfall schneller und fachgerechter als bisher reagieren zu können.

Optimiert wird auch die Lehrerfortbildung, das L.I.S.A. hat u.a. dazu eine Projektgruppe gegründet, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzt.

Die konkrete Auflistung der Vorschläge aus den Schulen des Landes zur Deregulierung finden Sie ab dem 26. Februar 2007 unter www.kultus-mv.de.


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