Messe der Ganztagshauptschulen

Sieben Ganztagshauptschulen aus Kolbermoor, Kulmbach, Landshut, Memmingen, Nürnberg, Schweinfurt und Sulzbach-Rosenberg hatten eine breite Palette von Projekten und Ideen erarbeitet und von Schülerinnen und Schülern aus den 5, 6. und 7. Klassen erläutern lassen, von Erlebnispädagogik (Spiele aus dem Mittelalter, Steinzeitprojekte) bis hin zu Produkten und Dienstleistungen, die von Schulen und Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie gemeinsam erarbeitet worden sind. Fachforen unter dem Titel "Auf dem Weg zur Ganztagshauptschule" behandelten u.a. Methoden zur Konzepterstellung, Netzwerkbildung und Wissensmanagement sowie Anregungen zur Projektarbeit.

21.06.2004 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Zum Konzept der Ganztagshauptschulen gehört so genannter rhythmisierter Unterricht von meist 7 bis 16 Uhr, der anspruchsvoll gestaltet wird: Lernphasen wechseln mit Entspannungsphasen ab. Soziales Konflikttraining und das Üben interkultureller Kompetenzen steht bei allen Modellschulen auf dem Plan. Die Entwicklung dieses neuen Schulkonzepts soll sich an regionalen Bedürfnissen von Schulen und Schülern orientieren. Dazu können die Schulen auch externe Lehraufträge an betriebliche Praktiker vergeben. Eine Clearingstelle am Kultusministerium sorgt dafür, dass in den Schulen nicht Insellösungen entstehen, sondern ein breites Geflecht von Erfahrungen und Ideen.

Kultusministerin Monika Hohlmeier betonte: "Zusammen mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft haben wir ein innovatives Ganztagsschulkonzept entwickelt, das Schule macht." Die Kooperation eröffne den Schülerinnen und Schülern neue Möglichkeiten. Nicht nur, dass Experten aus der Wirtschaft in die Schulen kommen, gleichzeitig nutzen die Schülerinnen und Schüler auch die Einrichtungen der Wirtschaft: So zum Beispiel beim dualen Kooperationsprojekt der Hauptschule Kolbermoor mit der Firma Kathrein in Rosenheim. Die im Unterricht vermittelten theoretischen physikalischen Kenntnisse in den Bereichen Elektronik und Mechanik wurden in den eigens zur Verfügung gestellten Ausbildungswerkstätten mit den Ausbildern des Unternehmens praktisch nachvollzogen. Doch damit nicht genug: Von dem Versuch profitieren auch die anderen Ganztagshauptschulen und nutzen die Erfahrungen der Modellschulen. "So dient auch die heutige Messe als Informationsbörse für interessierte Schulen", sagte Hohlmeier. Und ein wesentlicher Aspekt dürfe nicht vergessen werden: "Die heutige Messe zeigt, dass unser Konzept der Ganztagsschule die Schülerinnen und Schüler begeistert und sie sich für ihre Schule engagieren."

"Die rhythmisierten Ganztagshauptschulen sind ein hervorragendes Instrument, die Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen zu stärken und ihnen bessere berufliche Chancen zu eröffnen," sagte Randolf Rodenstock, Präsident der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, bei der Eröffnung der Messe. Sie ist Teil des seit dem Schuljahr 2002/2003 laufenden Modellprojekts "Ganztagshauptschule", das das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus zusammen mit der vbw, den Verbänden der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie und dem bbw - Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft durchführt.

Das Projekt "Ganztagshauptschulen" sei ein prägnantes Beispiel für die Bildungsprojekte der vbw, so Rodenstock. Die Verbände investierten über 60 Millionen Euro in derzeit rund 30 Bildungsprojekte. "Gute Bildung braucht gute Schulen, und deshalb brauchen Schulen mehr Freiheit und Eigenverantwortung. Die Unternehmen in Bayern engagieren sich in Bildungsbereich, weil sie Verantwortung für ihre künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wahrnehmen und weil Bildung eine entscheidende Stellschraube für wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand ist."

Rodenstock unterstrich, dass Bildung für die bayerische Wirtschaft kein Werkzeug sei, um stromlinienförmige Arbeitnehmer zu formen, sondern dass "Bildung eines Disziplin zur besseren Lebensbewältigung ist," also elementare Voraussetzung für ein erfülltes Leben, wozu privates Wohlergehen ebenso gehöre wie eine erfolgreiche Erwerbstätigkeit.


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