Keine Quote für Herkunft – Für eine Schule der Vielfalt und Gerechtigkeit!
Der Grundschulverband lehnt den Vorschlag von Bildungsministerin Karin Prien ab, eine Obergrenze für Kinder mit Migrationshintergrund an Schulen einzuführen. Diese „Migrant:innenquote“ wird aus pädagogischer und gesellschaftspolitischer Sicht entschieden zurückgewiesen.
08.07.2025 Bundesweit Pressemeldung Grundschulverband e.V.Der Vorstand des Grundschulverbands betont: „Der Vorschlag ignoriert die Realität der schulischen Vielfalt und gefährdet die Grundprinzipien von Chancengleichheit, Inklusion und Demokratiebildung.“ Wir stehen einer Politik offen gegenüber, die sich mit kritischen Themen im deutschen Bildungssystem auseinandersetzt, jedoch muss dies mit Achtsamkeit und Respekt und im Einklang mit den Werten unserer demokratischen Grundordnung geschehen.
Der Grundschulverband fordert:
- Die Grundschule soll ein Ort der Begegnung, des Lernens und der Gemeinschaft sein und bleiben, der allen unabhängig von Herkunft, Sprache und Religion offensteht.
- Die Grundschule soll ein Ort sein, der Kindern die Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens vermittelt.
- Die Grundschule soll ein Ort sein, an dem jedes Kind in seiner Individualität geschätzt wird, die gleichen Lern- und Entwicklungschancen erhält und sich frei entfalten kann.
- Die Grundschule soll ein sicherer Ort sein, an dem Toleranz, Respekt voreinander und der Schutz vor Diskriminierung gelebt werden.
- Jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung in der Grundschule wird abgelehnt. Die Verpflichtung für ein demokratisches, gerechtes, inklusives Bildungssystem ist endlich einzulösen.
Eine Schule, die diese Anforderungen erfüllt, stärkt unsere demokratische Gesellschaft durch Bildung, Teilhabe und Zusammenhalt. Die Bildungspolitik muss die soziale Realität aller Kinder ernst nehmen und gezielt auf Chancengleichheit hinwirken, anstatt zu etikettieren und damit zu diskriminieren.
Der Grundschulverband setzt sich für eine Schule ein, die jedes Kind als Bereicherung sieht – und nicht als „Problemanteil“ in einer Quote.
Kinder sind keine Quoten – Kinder haben Rechte
Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund ist kein Indikator für ihre Lernfähigkeit, Bildungsbereitschaft oder soziale Kompetenz. Eine Obergrenze suggeriert Defizite und verstärkt diskriminierende Sichtweisen, anstatt Bildungseinrichtungen zu ermutigen, professionell mit Diversität umzugehen. Schulen sollten Orte sein, an denen jedes Kind – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Religion – die gleichen Lern- und Entwicklungschancen erhält.
Unterstützung statt Selektion
Statt Quoten fordert der Grundschulverband Investitionen in die personelle Ausstattung, sprachliche Bildung und soziale und individuelle Förderung an Schulen. Dazu gehören multiprofessionelle Teams, angemessene Lehrkräfteversorgung, Fortbildungen zur inter/transkulturellen und diskriminierungskritischen Bildung sowie kleinere Lerngruppen in belasteten Sozialräumen. Die Verantwortung für gelingende Bildung darf nicht auf die Zusammensetzung der Schüler:innenschaft abgewälzt werden.
Gesellschaftliche Vielfalt als Bildungsauftrag
Die Schule spiegelt unsere Gesellschaft wider und ist ein Ort, an dem Zusammenleben gelernt wird. Herkunftsbasierte Quoten gefährden das demokratische Fundament unseres Bildungssystems. Sie widersprechen dem verfassungsrechtlichen Diskriminierungsverbot und delegitimieren das Engagement vieler Schulen, die täglich erfolgreich mit heterogenen Lerngruppen arbeiten.
Der Grundschulverband setzt sich für die Rechte aller Kinder ein und unterstützt eine Schule, die jedem Kind unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder sozialen Bedingungen offensteht. Als gemeinsame Schule für alle trägt die Grundschule eine besondere Verantwortung, Vielfalt wertzuschätzen, Akzeptanz zu fördern und Chancengleichheit zu gewährleisten. Der Schutz der Kinderrechte und das Eintreten für eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung gehören dabei zu den zentralen Anliegen des Grundschulverbands. Unterstützen auch Sie diese Position!
Weiteres zum Hintergrund unserer Position finden Sie hier.
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