Baden-Württemberg

Nichtversetzte 2010: An Hauptschulen und Realschulen niedrigste Quote seit dem Jahr 2000

In dieser Woche haben für die gut 1,2 Millionen Schülerinnen und Schüler an den rund 4 150 allgemeinbildenden Schulen des Landes (ohne Zweiter Bildungsweg) die großen Ferien begonnen. Traditionell wurden zum Ende des Schuljahres auch die Jahreszeugnisse überreicht. Nicht alle Schüler wurden in die nächsthöhere Klassenstufe versetzt. Das Statistische Landesamt gibt in diesem Zusammenhang die Nichtversetzten-Quoten der Schüler bekannt, die im Sommer 2010 das Klassenziel nicht erreicht hatten.1)

29.07.2011 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

An den Grundschulen des Landes mussten mit durchschnittlich 0,7 Prozent ähnlich wie in den Vorjahren nur relativ wenige Schülerinnen und Schüler eine Klasse wiederholen. An den Hauptschulen verfehlten 1,4 Prozent, an den Realschulen 3,0 Prozent das Klassenziel. Damit konnten diese beiden Schularten den abnehmenden Trend bei der Nichtversetzung fortführen und die jeweils niedrigste Nichtversetztenquote seit dem Jahr 2000 aufweisen. An den Gymnasien erreichten durchschnittlich 2,4 Prozent der Schülerinnen und Schüler das Klassenziel nicht, womit der abnehmende Trend der Vorjahre an dieser Schulart unterbrochen wurde.

Insgesamt haben zum Ende des Schuljahres 2009/10

  • an den Grundschulen 2 139,
  • an den Hauptschulen 2 142,
  • an den Realschulen 7 405 und
  • an den Gymnasien 6 524

Schülerinnen und Schüler das Klassenziel nicht erreicht.

An den Grundschulen lagen die Nichtversetztenquoten von Mädchen und Jungen bereits in den Vorjahren recht eng beieinander, 2010 waren sie sogar gleich (0,7 Prozent). An den weiterführenden Schulen dagegen gab es weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei den Nichtversetztenquoten. So betrug die Nichtversetztenquote der Mädchen an den Hauptschulen 1,1 Prozent, die der Jungen 1,7 Prozent. An den Gymnasien verfehlten 1,7 Prozent der Mädchen und 3,1 Prozent der Jungen das Klassenziel. An den Realschulen erreichten 2,3 Prozent der Mädchen und 3,7 Prozent der Jungen das Klassenziel nicht.

An allen Schularten gibt es seit Jahren offenbar "kritische" Klassenstufen, in denen das Risiko einer Nichtversetzung vergleichsweise hoch ist. An den Hauptschulen ist dies vor allem die achte, an den Realschulen die neunte Klassenstufe. So hatten im Jahr 2010 2,4 Prozent der Achtklässler an den Hauptschulen und 6,1 Prozent der Neuntklässler an den Realschulen das Klassenziel nicht erreicht.

An den Gymnasien war es im Jahr 2010 die 10. Klassenstufe, in der die Nichtversetztenquote mit 3,7 Prozent am höchsten war. Mit Ausnahme des Abgangsjahres 2009 (damals hatte der letzte G9-Jahrgang die 10. Klassenstufe durchlaufen) wies die Klassenstufe 10 in allen Jahren seit 2000 die jeweils höchste Nichtversetztenquote auf.


1) Zu dieser Gruppe zählen neben Wiederholern (ohne freiwillige Wiederholer) auch die auf Probe Versetzten sowie Schülerinnen und Schüler, die auf eine Wiederholung der Klasse verzichten und die jeweilige Schule verlassen.

Tabellen und Grafiken zur Meldung unter www.statistik-bw.de/Pressemitt/2011249.asp


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