Programm

Noch mehr „BiSS“ in der Sprachförderung

Mehr als ein Viertel aller Grundschulen sind schon dabei und jetzt stehen auch die ersten 50 weiterführenden Schulen in den Startlöchern. Sie alle machen mit bei „Lesen macht stark“, einem Programm, das im Rahmen der Bund-Länder-Initiative BiSS erprobt und evaluiert wurde.

08.10.2021 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz
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Um die Sprachförderung überall im Land zu stärken und von der Kita bis in die weiterführenden Schulen zu verzahnen, weitet Rheinland-Pfalz jetzt das Nachfolgeprogramm „BiSS-Transfer“ aus. Die Abkürzung steht für den etwas sperrigen Titel Transfer von Sprachbildung, Lese- und Schreibförderung und es geht im Kern um neue Ideen zum Lesen-, Sprechen- und Schreibenlernen für die Kleinsten – und neuerdings auch die Großen.

"BiSS" startete ursprünglich im Kita- und Grundschulbereich. „Dass jetzt zum ersten Mal auch weiterführende Schulen von ‚Lesen macht stark‘ profitieren, ist ein entscheidender Schritt hin zu einer Sprach- und Leseförderung aus einem Guss, von der Kita bis in die weiterführenden Schulen. Unser Ziel ist, allen Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrerinnen und Lehrern einen Werkzeugkasten für alle Altersstufen an die Hand zu geben, aus dem sie zusätzliche Ideen und Übungen schöpfen können. Dafür wurden im Rahmen der BiSS-Initiative verschiedene Programme zur Förderung entwickelt und angewendet. Bei BiSS-Transfer wollen wir diese Ideen jetzt an möglichst viele Kindertagesstätten, Grundschulen und weiterführende Schulen bringen. Das ist ein weiterer Baustein in unserer Strategie, die Lese- und Rechtschreibförderung zu stärken, zu der auch Maßnahmen wie der neu eingeführte Grundwortschatz an den Grundschulen gehören. Nichts ist in dieser durch die Pandemie geprägten Zeit so wichtig, wie die Grundfertigkeiten zu stärken, deshalb wollen wir sprachliche Bildung mit rotem Faden von der Kita bis zum Abschluss“, so die Bildungsministerin.

Grundlage für die Sprachförderung in den Kindertagesstätten und Grundschulen in Rheinland-Pfalz ist das Qualifizierungskonzept „Mit Kindern im Gespräch“, das eigens von fünf Partnern für das Land erarbeitet wurde: dem Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz, der Universität Koblenz-Landau, dem Institut für Bildung im Kindes- und Jugendalter, dem Sozialpädagogischen Fortbildungszentrum und der Qualität in Kitas-Onlineakademie GmbH. Es steht allen Kitas, Grundschulen und Fachschulen kostenlos zur Verfügung und kann von ihnen genutzt werden, um Erzieherinnen und Erzieher ebenso wie Lehrkräfte zu qualifizieren. „Sich ausdrücken, selbst sprechen und miteinander sprechen – das lernen schon die Jüngsten in der Kita und der Grundschule“, erklärte Hubig. Im Rahmen von BiSS-Transfer finden spezielle Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte an Grundschulen und weiterführenden Schulen statt, damit ihre Schützlinge von den Sprachförderprogrammen profitieren können.

Künftig wird BiSS-Transfer einen noch größeren Schwerpunkt auf den Übergang von der Kita in die Grundschule legen und entsprechend weiterentwickelt. Das auf BiSS Sprache aufbauende Folgeprojekt für die Sekundarstufe „Mit Jugendlichen im Gespräch“ verfolgt das Ziel, die Kommunikation im Klassenraum zu verbessern. Das Projekt ist mit einer Auftaktveranstaltung an der Universität Landau im September 2021 an den Start gegangen.
„Das Projekt BiSS ebenso wie BiSS-Transfer verzahnen Wissenschaft und Praxis, was dazu beiträgt, dass die Programme sehr von Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erziehern geschätzt werden“, so Ministerin Hubig abschließend.

Weitergehende Informationen:

BiSS-Transfer knüpft an die Initiative Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS) an: Zwischen 2013 und 2019 hatten sich über 600 Schulen und Kitas aus allen 16 Bundesländern an der Initiative zur Verbesserung der Sprachbildung, Lese- und Schreibförderung beteiligt. In mehr als 100 Verbünden haben sie an ihren Förderkonzepten gearbeitet. Dazu wurden in 15 Studien Instrumente und Materialien erprobt, evaluiert und weiterentwickelt. Zusätzlich hat ein wissenschaftliches Trägerkonsortium die pädagogischen Fachkräfte in Kitas und Schulen bei ihrer Arbeit unterstützt: mit Onlinefortbildungen, Leitfäden und Handreichungen sowie einer Datenbank mit Beschreibungen und Bewertungen zu über 100 Diagnostik- und Förderinstrumenten.

In Rheinland-Pfalz haben von 2013-2019 am Projekt BiSS Sprache (in Kooperation mit der Universität Landau) 35 Kindertagesstätten und 42 Grundschulen teilgenommen.

An BiSS Lesen beteiligten sich von 2013- 2019 zunächst elf Schulen (sieben Grundschulen und vier Realschulen plus). Im Schuljahr 2018/19 wurden bereits während der Projektlaufzeit 73 weitere Grundschulen mit dem Programm „Lesen macht stark“ fortgebildet, der Transfer im Grundschulbereich hat in Rheinland-Pfalz bereits vor drei Jahren begonnen.

Die Ergebnisse sollen in BiSS-Transfer nun weiter in die Fläche getragen werden. Das Programm unterstützt die Länder beim Transfer, die bewährten Unterstützungsformate werden fortgesetzt. Zudem erforschen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter welchen Bedingungen ausgewählte

Über BiSS-Transfer

„BiSS-Transfer“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Kultusministerkonferenz (KMK) zum Transfer von Sprachbildung, Lese- und Schreibförderung in Schulen und Kitas. Sie knüpft an die Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS)“ an. Das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln, das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation und das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin übernehmen als Trägerkonsortium die Gesamtkoordination, sie unterstützen die Länder beim Transfer und koordinieren das Forschungsnetzwerk zur Transferforschung.

Weitere Informationen finden Sie hier.


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