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LEiS-NRW: Kritik an neuem Personalsteuerungsmodell

Das aktuell diskutierte Personalsteuerungsmodell des Schulministeriums stößt bei der Landeselternschaft der integrierten Schulen NRW auf deutliche Kritik.

09.03.2026 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung LEiS-NRW e. V.
  • © www.pexels.com Integrierte Schulformen organisieren sämtliche Bildungsgänge unter einem Dach, steuern komplexe Übergänge zwischen Abschlüssen und gewährleisten Durchlässigkeit bis zum Abitur.

Hintergrund ist die Debatte darüber, dass Gymnasiallehrkräfte wieder verstärkt an ihre Stammschulen zurückkehren sollen, während gleichzeitig versucht wird, Personalengpässe an anderen Schulformen durch neue Steuerungsmechanismen zu kompensieren. 

Nach Auffassung der LEiS-NRW droht damit jedoch lediglich eine Verschiebung bestehender Probleme – während eine grundlegende strukturelle Schieflage weiterhin unangetastet bleibt.

„Das diskutierte Steuerungsmodell kann kurzfristig vielleicht Personalbewegungen organisieren, löst aber kein einziges strukturelles Problem“, erklärt Kathrin Adler-Becker, stellvertretende Vorsitzende der LEiS-NRW. „Seit Jahren beobachten wir eine klare Benachteiligung integrierter Schulformen bei Funktions-, Beförderungs- und Leitungsstellen – insbesondere im Vergleich zu Gymnasien. Trotz vergleichbarer, vielfach sogar höherer pädagogischer und organisatorischer Anforderungen bestehen weiterhin deutliche Unterschiede in der Ausstattung.“

Integrierte Schulformen organisieren sämtliche Bildungsgänge unter einem Dach, steuern komplexe Übergänge zwischen Abschlüssen und gewährleisten Durchlässigkeit bis zum Abitur. Gleichzeitig setzen sie inklusive und integrative Konzepte um. Nach Einschätzung der LEiS-NRW bildet sich diese Komplexität jedoch in der Stellenstruktur nicht ab.

Der Vorsitzende der LEiS-NRW, Harald A. Amelang, sieht darin ein grundlegendes Problem der aktuellen Bildungspolitik. „Wenn Personalprobleme durch Steuerungsmodelle verwaltet werden müssen, zeigt das vor allem eines: Die strukturellen Rahmenbedingungen stimmen nicht“, sagt Amelang. „Integrierte Schulformen sind dauerhaft schlechter mit Funktions- und Leitungsstellen ausgestattet. Damit bleiben sie im Wettbewerb um qualifizierte Lehrkräfte strukturell im Nachteil.“

Die Folgen sind bereits deutlich sichtbar: Leitungs- und Funktionsstellen blieben unbesetzt, Aufgaben würden dauerhaft kommissarisch übernommen und qualifizierte Lehrkräfte orientierten sich an Schulformen mit besseren Entwicklungsperspektiven.

Kritisch bewertet die LEiS-NRW in diesem Zusammenhang auch den Widerspruch zur Einführung von A13 für Lehrkräfte der Primar- und Sekundarstufe I. „Die A13-Überführung war ein wichtiger Schritt“, so Amelang. „Ohne eine gleichwertige Weiterentwicklung der Stellenstrukturen in der Sekundarstufe I und II bleibt diese Gleichstellung jedoch unvollständig.“

Die LEiS-NRW fordert daher eine strukturelle Angleichung der Funktions- und Beförderungsstellen integrierter Schulformen an das Niveau vergleichbarer Gymnasien sowie zusätzliche A15- und A16-Stellen zur Stärkung der erweiterten Schulleitungen. „Wer Personalprobleme nachhaltig lösen will, muss die strukturellen Unterschiede zwischen den Schulformen korrigieren – alles andere bleibt Symptombekämpfung“, so Adler-Becker.

Ansprechpartner

LEiS-NRW e. V.

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