Oberstudiendirektor Martin Fischer in den Ruhestand verabschiedet

Kultusministerin Dr. Annette Schavan hat den Rektor des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Gundelfingen (Breisgau-Hochschwarzwald), Oberstudiendirektor Martin Fischer, in den Ruhestand verabschiedet. "Das Albert-Schweitzer-Gymnasium trägt die Handschrift von Martin Fischer: eine erfolgreiche Schule, anerkannt, bestens organisiert, innovativ und mitten im Leben", sagte Schavan bei einer Feierstunde am Donnerstag (15. Juli) in Gundelfingen.

15.07.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Der 1941 in Berlin geborene Pädagoge habe beruflich und ehrenamtlich ein hohes Maß an Verantwortung für das öffentliche Schulwesen übernommen, "ohne sich persönlich ins Rampenlicht zu drängen." Unter der Leitung von Martin Fischer seien neue Möglichkeiten und Herausforderungen am Albert-Schweitzer-Gymnasium aufgegriffen worden. Die Schule habe sich qualitativ und programmatisch schnell entwickelt und könne auf ein modernes Profil mit naturwissenschaftlichen, musischen und fremdsprachlichen Akzenten verweisen. Innovationsbereitschaft in Verbindung mit einer gezielten Öffnung zum außerschulischen Umfeld sowie internationale Kontakte zu französischen und polnischen Partnern zeichneten die Schule aus.

"Wer den Organismus einer Schule kennt, weiß, dass dies nur dort gelingt, wo die Schulleitung alle Beteiligten zum Mitgehen gewinnen kann. Martin Fischer führte und motivierte mit gewinnender Freundlichkeit und sachlich begründeter Autorität, er gestaltete durch Initiative und Fleiß und verkörperte dabei Neugier und Aufgeschlossenheit", sagte die Kultusministerin.

Bei der notwendigen Weiterentwicklung des Schulwesens komme den Schulleiterinnen und Schulleitern eine Schlüsselfunktion zu. Sie seien gefordert, die notwendigen Reformen umzusetzen. "Vor Ort entscheidet sich, ob Bildungsstandards erreicht werden, Lernbiografien von Schülerinnen und Schülern erfolgreich sind und soziales Lernen stattfindet", betonte Schavan. Die Ministerin würdigte in diesem Zusammenhang Martin Fischer als einen Pädagogen, "dessen erste Sorge in allen seinen Funktionen immer der Qualität des gymnasialen Bildungsganges gegolten hat". Er habe auch als langjähriger Vorsitzender der Bundesvereinigung der Oberstudiendirektoren immer das Ganze im Blick gehabt und der Versuchung widerstanden, Gruppeninteressen in den Vordergrund zu rücken.

Gymnasien müssten mehr denn je einer konsequenten Leistungsorientierung verpflichtet sein. Traditionelle Elemente, die sich mit dem humanistischen Erbe verbinden, würden die gymnasiale Bildung ebenso ausmachen wie das Bekenntnis zur notwendigen Innovationsfähigkeit. "Viele Elemente des baden-württembergischen Gymnasiums, die anfänglich in der Kritik standen, sind zu einem Exportschlager geworden. Das Zentralabitur und die qualitätssichernde Momente der Oberstufenreform, die Schulzeitverkürzung, das frühe Erlernen der zweiten Fremdsprache und die Begabtenförderung finden mittlerweile bundesweit Nachahmer", unterstrich Schavan.

Martin Fischer hat Geschichte, wissenschaftliche Politik und Französisch in Freiburg und Paris studiert. In den baden-württembergischen Schuldienst trat er 1969 ein. Von 1975 bis 2005 war er Schulleiter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Gundelfingen. Er engagierte sich darüber hinaus von 1987 bis 1999 im Landesschulrat und war von 1989 bis 2001 Vorsitzender der Bundesvereinigung der Oberstudiendirektoren. Für seine besonderen Verdienste um die gymnasiale Bildung erhielt der verheiratete Vater zweier Kinder 2001 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden