Bayerische Eltern

Offener Brief an den niedersächsischen Kultusminister Althusmann

Offener Brief an Herrn Kultusminister Dr. Bernd Althusmann, iedersächsisches Kultusministerium, Schiffgraben 12, 30159 Hannover Ihr Interview in Spiegel Online

28.10.2010 Pressemeldung Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern

Sehr geehrter Herr Dr. Althusmann,

Sie planen in Ihrem Land die Einführung einer neuen Schulform, der Oberschule. Dies zu beurteilen steht uns nicht zu, da dies die Angelegenheit Ihres Landes ist. Gestatten Sie uns aber, Ihren Blickwinkel und Ihre Aussagen für Bayern zu kommentieren und entschieden zurückzuweisen.

Allein die Demografie kann nicht zur Schaffung einer neuen Schulart führen. Der demografischen Entwicklung muss innerhalb der bestehenden Systeme mit organisatorischen Maßnahmen Rechnung getragen werden. Und nur weil die Schulart Hauptschule überall aus ideologischen Gründen schlecht geredet wird, soll es keine Hauptschüler mehr geben? Es ist doch nur ein Deckmäntelchen für die Politik, wenn sie Schularten zusammenlegt, um in der Wählergunst zu steigen.

Anstatt der Bevölkerung klar zu sagen, dass es ohne eigene Anstrengung und einer gewissen Leistungseinforderung nicht geht, um unseren Standard halten zu können, wird dem Zeitgeist nachgelaufen und dem Wort der Straße gefolgt.

Zudem können Sie das Land Bayern, wie jedes andere Land, nicht zum Vergleich heranziehen. Wir haben nach wie vor eine funktionierende Hauptschule, die positiv zur Mittelschule ausgebaut worden ist. Unsere Wirtschaft und unser Handwerk in Bayern braucht nach wie vor unsere gut auf die Praxis vorbereiteten Haupt- und Mittelschüler. Die erbrachten Leistungen und Ergebnisse unserer Schüler in Bayern sind beachtlich und es ist mit Respekt vor unserer jungen Generation nicht angebracht, dass deren Leistungen von außen ständig kritisiert werden.

Zu Recht geben Sie dem Bildungsföderalismus eine eindeutige Stärke: die Länder sind auf jeden Fall näher an den Problemen vor Ort als eine Zentralregierung. Das sehen wir genauso.

Freundliche Grüße
gez. Ingrid Ritt
Landesvorsitzende


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