Olbertz: Berufsorientierung soll noch stärkeres Gewicht in der Arbeit der Sekundarschulen erhalten

"Regelmäßige Beziehungen zwischen Schule und Arbeitswelt erhöhen nicht nur die Relevanz des Unterrichtsstoffes, sondern bieten auch vielfältige Möglichkeiten, an die Stärken und besonderen Interessen der Jugendlichen anzuknüpfen und ihnen berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Deshalb liegt mir dieses Thema besonders am Herzen." Das sagte Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz heute bei einem Pressegespräch zur Berufsorientierung an Sekundarschulen.

03.05.2007 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Man sei durch zahlreiche Maßnahmen, Aktivitäten und Kooperationen mit außerschulischen Partnern bereits ein gutes Stück vorangekommen, so der Minister. Er nannte z.B. den Pakt für Ausbildung in Sachsen-Anhalt, der zwischen Wirtschaft, Landesregierung und der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit geschlossen worden sei. Ebenso wichtig sei die Ende Januar 2007 zwischen Kultusministerium und Bundesagentur für Arbeit geschlossene Vereinbarung über die Zusammenarbeit von Schule und Berufsberatung. In diesem Projekt werden Schülerinnen und Schüler bei der individuellen Gestaltung ihrer Bildungs- und Ausbildungswege unterstützt.

Olbertz: "Innerschulisch wurde dem Lernbereich Wirtschaft, Technik, Hauswirtschaft durch eine Erhöhung der Stundenzahl ab dem Schuljahr 2006/07 um eine Wochenstunde ein stärkeres Gewicht verliehen. Weiterhin sind die Schülerbetriebspraktika, die im 8. und 9. Schuljahrgang an jeweils 10 Tagen durchgeführt werden, als obligatorische, von allen Schülerinnen und Schülern einer Klasse gleichzeitig zu absolvierende schulische Veranstaltung installiert worden, damit sie die Berufs- und Arbeitswelt unmittelbar kennen lernen." Weiterhin nannte der Minister Betriebserkundungen, Praxistage in Zusammenarbeit mit Bildungsträgern, Betrieben und sozialen Einrichtungen sowie den Besuch außerschulischer Lernorte als ergänzende Unterrichtsangebote. Um Einblicke in die soziale Marktwirtschaft zu geben und unternehmerisches Denken bei Schülerinnen und Schülern zu entwickeln, seien mit Unterstützung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und dem Institut der Deutschen Wirtschaft Köln zahlreiche Schülerfirmen aufgebaut worden. Dem gleichen Ziel dient auch die Teilnahme an speziellen Wettbewerben, wie z.B. dem Schülerbusinessplanwettbewerb "futurego" Sachsen-Anhalt, der Einbindung von Experten in den Unterricht und die Teilnahme an Messen.

Die Lehrerinnen und Lehrer werden in diesem Themenfeld durch gezielte Fortbildungen des Landes oder auch externer Träger unterstützt. Es gibt die Möglichkeit von Lehrerbetriebspraktika. Daneben hat das Kultusministerium Ende 2006 eine Handreichung für Lehrkräfte mit dem Titel "Berufswahlvorbereitung an Sekundarschulen" herausgegeben.

Wie Olbertz informierte, sollen nach der zweijährigen Erprobungsphase ab dem Schuljahr 2007/08 alle Schulen, die es wünschen, die Möglichkeit erhalten, den Berufswahlpass für Schülerinnen und Schüler einzuführen. Der Wettbewerb der Bertelmannstiftung zum Erwerb des "Berufswahl-SIEGELs" soll nach der Erprobungsphase im Schuljahr 2006/07 in den südlichen Bezirken des Landes Sachsen-Anhalt auf andere Regionen des Landes ausgeweitet werden.

Es besteht eine intensive Zusammenarbeit zwischen dem Kultusministerium und dem Ministerium für Wirtschaft und Arbeit. Ein Beispiel hierfür ist das vom Ministerium für Wirtschaft und Arbeit geförderte Projekt zur vertieften Berufsorientierung SPRINT, an dem seit Beginn im August 2002 landesweit etwa 12.000 Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben. Mehr als 1200 Schülerinnen und Schüler hatten darüber hinaus Gelegenheit, in den Schulferien durch Schnupperpraktika einen zusätzlichen Einblick in die Berufs- und Arbeitswelt zu erhalten. In Zusammenarbeit von Kultusministerium, Wirtschaftsministerium und der Bundesagentur für Arbeit sollen künftig landesweite Projekte zur frühzeitigen Berufsorientierung (Klasse 7) an den Sekundarschulen durchgeführt werden.

Daneben kooperiert das Kultusministerium mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, der Handwerkskammer, der IHK, den Banken, der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung sowie mit verschiedenen Netzwerken, so z.B. dem lokalen Berufsorientierungsnetzwerk Anhalt-Zerbst und Dessau. In diesem Netzwerk arbeiten Vertreter des Kultusministeriums, des Wirtschaftsministeriums, der Bundesarbeitsgemeinschaft Schule Wirtschaft, der Arbeitsagentur Dessau, des Landesverwaltungsamtes, der IHK, des Landkreises Anhalt-Zerbst, die Kreishandwerkerschaft Anhalt und Dessau, des Amtes für Landwirtschaft, Flurerneuerung und Forsten Anhalt, des beruflichen Ausbildungszentrums Rosslau e.V. sowie Schulen des Landkreises Anhalt-Zerbst und der Stadt Dessau zusammen.

Kultusminister Olbertz berichtete abschließend, dass man in der neuen Förderperiode 2007-2013 Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) beantragt habe, um die Durchführung von Praxistagen zu verstärken.


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