Forderung

Pandemiebedingte Einschränkungen im Bildungsbereich vermeiden

Angesichts der sich zuspitzenden pandemischen Lage und der zunehmenden Zahl an Corona-Infektionen in Kitas, Schulen und Hochschulen fordert die GEW Hessen konsequentes Handeln seitens der Landesregierung ein. Wenn die Bildungseinrichtungen möglichst lange offengehalten werden sollen, seien höhere Schutzvorkehrungen unerlässlich.

30.11.2021 Bundesweit Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
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Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, erklärte: „In Kitas und Schulen im Regelbetrieb ist die Einhaltung des Abstandsgebots nicht möglich. Darüber hinaus gibt es für Kinder unter 12 Jahren nach wie vor keine Möglichkeit zur Impfung. Zumindest ist das Kultusministerium inzwischen unserer Forderung nach einer Erhöhung der Testfrequenz und nach einer konsequenten Maskenpflicht im Unterricht gefolgt. Das reicht aber leider nicht aus. An den hessischen Kitas gibt es nach wie vor keine Teststrategie. Außerdem benötigen wir endlich ein Angebot an hochwertigen FFP2-Masken, die speziell für Kinder zugelassen sind. Da die Maskenpflicht im Unterricht in der aktuellen Situation unumgänglich ist, müssen auch für die Schülerinnen und Schüler gleichermaßen komfortable, passgenaue wie sichere FFP2-Masken kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.“

Für besonders wichtig erachtet die GEW Hessen darüber hinaus den Zugang zu Booster-Impfungen. Die unter anderem in Frankfurt aufgrund von Impfstoffmangel ins Stocken geratene Impfkampagne muss landesweit beschleunigt, Engpässe beseitigt werden. Heike Ackermann, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen, erinnerte an die hohe Impfbereitschaft der Pädagoginnen und Pädagogen: „Sie haben sich größtenteils bereits in der ersten Jahreshälfte so rasch wie möglich impfen lassen. Ihnen war dabei bewusst, dass sie damit die eigene Gesundheit genauso schützen wie die der Kinder und Jugendlichen.“ Für die meisten liege die Zweitimpfung inzwischen mehr als ein halbes Jahr zurück, so dass nun eine Booster-Impfung erforderlich sei, um den Impfschutz aufrechtzuerhalten. „Wir fordern den unverzüglichen Aufbau von zentralen Impfangeboten für das gesamte pädagogische Personal. Ansonsten hängt es vom Zufall ab, ob eine rechtzeitige Booster-Impfung beim Hausarzt möglich ist oder nicht.“

Nach Einschätzung der GEW Hessen spiegelt sich in der gegenwärtigen Krise die jahrzehntelange Unterfinanzierung der öffentlichen Daseinsvorsorge, insbesondere des Gesundheitswesens und des Bildungssystems. Thilo Hartmann stellte fest: „Die gesellschaftlich unverzichtbaren Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst und in der Pflege sind noch immer unterbezahlt. Es mangelt an materieller Anerkennung in Form einer angemessenen Vergütung ebenso wie an gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen. Im Hinblick auf die Haushaltsberatungen im Hessischen Landtag und angesichts des Urteils des Hessischen Staatsgerichtshofs zum Corona-Sondervermögen betonen wir, dass sich unsere Gesellschaft eine Fortsetzung der Sparpolitik nicht leisten kann. Wir benötigen dringender denn je einen gut ausgebauten öffentlichen Dienst, attraktive Arbeitsbedingungen und Zukunftsinvestitionen in Bildung und Gesundheit.“

Auch was die nach wie vor schleppende Ausstattung der Bildungseinrichtungen mit Luftfilteranlagen anbelangt, sieht die GEW Hessen Handlungsbedarf. Heike Ackermann zufolge sollen mit Hochdruck, spätestens bis zum Jahresende alle für den Unterricht und die Betreuung genutzten Räume mit Luftfilteranlagen ausgestattet werden. Das Land und die Schulträger müssten dabei endlich ihrer Verantwortung gerecht werden. Nach Einschätzung der GEW ist es nicht zu vermitteln, dass inzwischen einerseits wieder über erneute Einschränkungen des Bildungsangebots diskutiert wird, während andererseits volle Fußballstadien, Karnevalsumzüge ohne Maske und Ähnliches hingenommen werden: „Kita- und Schulkinder waren ebenso wie ihre Eltern in besonderen Maßen von der Pandemie betroffen. Nun sind alle Erwachsenen zu solidarischem und verantwortungsbewusstem Handeln aufgefordert. Wir appellieren an alle, die sich bislang ohne medizinischen Grund noch nicht haben impfen lassen, dies nun zu tun. Nur wenn jetzt in allen gesellschaftlichen Bereichen entschieden gegengesteuert wird, besteht noch eine Chance, erneute flächendeckende Schul- und Kitaschließungen zu vermeiden.“, so Heike Ackermann abschließend.


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