Personalversammlung der Lehrkräfte fordert: Die Schulreform vom Kopf auf die Füße stellen!

Die Personalversammlung der Bremer Lehrkräfte, die gestern im Musicaltheater Bremen stattfand, hat sich in hohem Maße besorgt über die bisher bekannt gewordenen Pläne der Senatorin für Bildung zur Umorganisation der Schulen geäußert.

01.10.2008 Bremen Pressemeldung GEW Bremen

Kritisch wurde bewertet, dass trotz entgegenlaufender Versprechungen in der Koalitionsvereinbarung die Grundschulen nicht gestärkt wurden. Vielmehr wurden hier seit Regierungsantritt 55 LehrerInnenstellen abgezogen. Bemängelt wurden außerdem die zu hohen Klassenfrequenzen und die unzureichende Ausstattung der Ganztagsschulen.

Im einstimmig (bei nur einer Gegenstimme) angenommenen Antrag heißt es: "Die Bremer Schulen stehen in den nächsten Jahren vor riesigen Aufgaben der sozialen Integration. Jedes fünfte Kind ist von Armut betroffen. Jedes zweite Kind, das eingeschult wird, hat einen Migrationshintergrund. Angesichts dieser Herausforderung geht es darum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren."

Die von der Senatorin ins Leben gerufenen "Modellprojekte" gehen nach Ansicht der versammelten KollegInnen am Kern dieser Probleme vorbei. Nicht die Stärkung der Primarstufe und die Unterstützung der Integration von Schulen der Sekundarstufe I, sondern die "Durchgängigkeit" von der Sekundarstufe I zur gymnasialen Oberstufe steht dort im Mittelpunkt der Überlegungen. Die Folge: Neben den "Leuchttürmen" entstünden neue "Restschulen". Gut funktionierende Oberstufenzentren stünden in der Gefahr, mit großem Aufwand und negativem Effekt zerschlagen zu werden.

Stattdessen forderte die Personalversammlung den in Vertretung der Senatorin anwesenden Staatsrat Othmer auf, sich für mehr Ressourcen einzusetzen und die vorhandenen Ressourcen insbesondere für Primar- und Sek.I -Schulen in sozialen Brennpunkten, für die Sprachförderung, für die Verbesserung der Standards in den bestehenden Ganztagsschulen sowie für ausreichende Planungs- und Entlastungsstunden für Integrationsvorhaben in der Sekundarstufe I einzusetzen. "Diese Forderungen können am besten in einer Schule für alle realisiert werden" heißt es abschließend in dem Antrag.

Geschäftsführender Landesvorstand der GEW Bremen
Elke Baumann
Harry Eisenach
Christian Gloede-Noweck
Bernd Winkelmann

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