Philologen-Verband NW: Fachspezifischer Lehrermangel wächst

Wenige Tage vor Beginn des neuen Schuljahres erreichen den Philologen-Verband besorgte Rückmeldungen aus Schulen über einen wachsenden fachspezifischen Lehrermangel. Nordrhein-Westfalen ist eines der ganz wenigen Bundesländer, das ohne jede Einschränkung Tausende junger Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst ausbildet. Dennoch wandern nicht wenige mit Mangelfächern in andere Bundesländer ab, weil man ihnen dort mit dem Angebot der Verbeamtung und mit finanziellen Anreizen bessere Perspektiven bietet.

06.08.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)

"Das schmerzt in jedem einzelnen Fall. Betroffen sind vor allem Regionen im Grenzgebiet nach Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Doch ist das Dilemma keineswegs regional begrenzt. NRW riskiert mit der bundesweit niedrigsten Verbeamtungsgrenze von 35 Jahren, dass zunehmend junge Menschen Einstellungsangebote außerhalb des Landes annehmen. Dann helfen auch keine Berufsberatungstage für Schülerinnen und Schüler oder Nachqualifizierungsaktionen wie ein "Sprint – Studium". Längst ist die Mangelsituation nicht allein auf Fächer wie Latein, Kunst, Musik, Mathematik und die naturwissenschaftlichen Fächer beschränkt", mahnt Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.

Zur Zeit schätzt der Deutsche Philologen-Verband den Lehrermangel bundesweit auf ca. 20.000 Lehrkräfte. Bei wachsenden Berufsaussichten in der Wirtschaft werden sich, so Peter Silbernagel, viele Lehramtsstudierende in naturwissenschaftlichen Fächern auch zur Wirtschaft hin umorientieren. Daher brauchen wir eine deutlich attraktivere Besoldung bereits im Vorbereitungsdienst und gute berufliche Aufstiegsperspektiven. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Bundesländer hemmungslos auf dem Lehrerarbeitsmarkt wildern und gegenseitig Junglehrerinnen und Lehrer abwerben!"


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