Philologentag 2007 in Goslar: Gegliedertes Schulwesen: JA – Einheitsschule: Nein

Der Kampf um die Erhaltung des gegliederten Schulwesens und die Gestaltung der Schulreformen im Rahmen der Eigenverantwortlichen Schule sind die Hauptthemen des niedersächsischen Philologentages, zu dem am 28. und 29. November 350 Delegierte aus Gymnasien, Gesamtschulen und Studienseminaren in Goslar zusammenkommen.

26.11.2007 Niedersachsen Pressemeldung Philologenverband Niedersachsen (PhVN)

Mit ihren Beschlüssen zu den 526 Anträgen der Orts- und Bezirksgruppen des Philologenverbandes stellen sie die Weichen für die Politik der mit etwa 6500 Mitgliedern zweitstärksten Lehrerorganisation in Niedersachsen.

Mit dem Leitspruch der Tagung "Gegliedertes Schulwesen: JA – Einheitsschule: Nein" nimmt der Philologenverband klar Stellung gegen die radikalen Schulpläne von SPD und Grünen, die Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen komplett abschaffen und eine für alle verbindliche Einheitsschule einführen wollen. Die niedersächsischen Gymnasiallehrerinnen und -lehrer sehen darin auch eine Abschaffung der freien Elternentscheidung bei der Wahl der Schule und haben sich deshalb vor wenigen Tagen mit mehreren Eltern- und Lehrerorganisationen zu einem Aktionsbündnis gegen die rot-grünen Einheitsschulpläne zusammengeschlossen.

Zahlreiche Anträge der Mitglieder spiegeln die täglichen Probleme bei der Umsetzung des "Schulreform-Stakkatos" wider, mit dem das Kultusministerium insbesondere die Gymnasien überflute. Viele Orts- und Bezirksgruppen des Philologenverbandes fordern, die Voraussetzungen für das Gelingen der Reformen zu schaffen: kleinere Klassen, mehr Personal für die bessere individuelle Förderung der Schüler, eine Ausweitung und inhaltliche Verbesserung der Lehrerfortbildung und eine auf den Auftrag des Gymnasiums zugeschnittene Schulinspektion.

Unzufrieden sind die Lehrkräfte auch mit ihrer materiellen Situation: In den vergangenen vier Jahren hätten die Beamten in Niedersachsen und damit auch die Lehrer aufgrund der kompletten Streichung des Weihnachts- und Urlaubsgeldes, keinerlei Gehaltsanpassungen an die Geldentwertung und zahlreicher anderer Sparmaßnahmen einen realen Einkommensverlust von fast 20 Prozent hinnehmen müssen. In zahlreichen Anträgen wird eine deutliche Korrektur dieser Entwicklung gefordert.


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