Philologenverband: Diskussion um einheitliche Schulbücher ist rückwärtsgewandt
Als wenig hilfreich und rückwärtsgewandt hat der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, die von Bundesministerin Schavan angestoßene Diskussion um einheitliche Schulbücher bezeichnet.
30.07.2007 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)"Die Idee der Einführung von einheitlichen Bildungsstandards bestand ja gerade darin, den Schulen und auch den Ländern klare Vorgaben über die zu erreichenden Leistungsstandards zu machen – also welche Fähigkeiten und welches Wissen am Ende der Grundschule oder am Ende der 10. Klasse vorhanden sein müssen – , aber den Weg dahin den Schulen zu überlassen. Man kann nicht erst die Autonomie der Schule predigen und dies auch im eigenen Bundesland vehement vorantreiben, und dann aber versuchen, die Entwicklung über die Hintertür einheitlicher Schulbücher umzukehren", sagte der DPhV-Vorsitzende.
Meidinger ergänzte, er halte außerdem die heute bestehende Möglichkeit von Schulen, aus dem Schulbuchangebot verschiedener Verlage auszuwählen, für eine gute Sache, da diese Konkurrenzsituation zu einem positiven Wettbewerb führe. Eine Vereinheitlichung und Zusammenführung von Schulbüchern verschiedener Schularten sei indes völlig unsinnig, weil dies nur zu einer Nivellierung der Leistungsanforderungen beitragen würde.
Der Verbandsvorsitzende erklärte weiterhin, er würde es allerdings begrüßen, wenn der Vorstoß der Ministerin zu einer ernsthaften Debatte über die Chancen, aber insbesondere auch über die Risiken einer stärkeren Eigenständigkeit der Einzelschulen führen würde. Die Konsequenzen und Auswirkungen auf die Mobilität von Familien innerhalb Deutschlands seien noch nicht in vollem Ausmaße erkannt und bewertet worden.
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