Philologenverband zum Schuljahresbeginn: Kritik an Möllrings "Blockadepolitik" bei Bildungsausgaben

Der Mangel an Fachlehrkräften in zahlreichen Fächern – vorrangig in Physik, Mathematik, Latein, Spanisch und Musik – wird auch im kommenden Schuljahr den Alltag an Niedersachsens Gymnasien mitbestimmen. Dies unterstrich der Vorsitzende des Philologenverbandes Niedersachsen, Guillermo Spreckels, zu Beginn des neuen Schuljahrs am kommenden Donnerstag. Spreckels kritisierte, dass es nach wie vor keine Statistik zum fächerspezifischen Unterrichtsausfall gebe.

18.08.2008 Niedersachsen Pressemeldung Philologenverband Niedersachsen (PhVN)

"Unser besonderes Problem besteht darin, dass es durch die unzureichende Attraktivität des Lehrerberufs einen wachsenden Mangel an Lehramtsbewerbern insgesamt gibt, der sich allerdings in den genannten Fächern inzwischen drastisch verschärft hat." Das daraus entstehende Unterrichtsfehl sei umso weniger hinnehmbar, als seit Einführung des Zentralabiturs an alle Schüler ohne Rücksicht auf den vorausgegangenen Unterricht die gleichen Anforderungen gestellt würden. Und alles öffentliche Reden über eine Verbesserung der Unterrichtsqualität und mehr individuelle Förderung des einzelnen Schülers laufe ins Leere, wenn das dafür erforderliche qualifizierte Lehrpersonal nicht vorhanden sei. Dieses Problem werde sich angesichts wachsender Schülerzahlen und der zunehmenden Zahl von Pensionierungen an den Gymnasien künftig noch weiter verschlimmern.

Eine wesentliche Schuld an dieser Misere trage, so Spreckels, der niedersächsische Finanzminister Möllring, der seit Jahren den Landeshaushalt überwiegend auf Kosten der Bildungsqualität und der Lehrkräfte saniere. Der Minister stehe immer wieder Vorschlägen zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung im Wege und sei "mit bemerkenswerter Sturheit" hauptverantwortlich dafür, dass die Lehrer in Niedersachsen im Vergleich zu allen anderen alten Bundesländern am schlechtesten bezahlt würden, da sie weiterhin vollständig auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten müssten. Möllring wolle offensichtlich nicht begreifen, dass Bildungsinvestitionen zu den wichtigsten Zukunftsinvestitionen gehörten. Seine Blockadepolitik bei Bildungsausgaben füge dem Bildungsstandort Niedersachsen, aber auch dem Ansehen der Landesregierung schweren Schaden zu.


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